Online-Befragung von Radfahrern

Altona fahndet per Internet nach Hindernissen auf den Velopisten. Neue Ampel führt zu Ärger

Altona. Mit einem Anteil von etwas mehr als 17 Prozent nimmt der Radverkehr in Altona im Vergleich mit anderen Bezirken den höchsten Anteil von Radfahrern am Verkehrsgeschehen ein. Der Hamburger Durchschnitt liegt bei etwa 13 Prozent. Seine Spitzenstellung will der Bezirk Altona nun noch steigern und dabei die Altonaer Radfahrer aktiv beteiligen, wie Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (SPD) jetzt ankündigte. Der Bezirk hat dazu für das Internet eine spezielle Online-Beteiligungsplattform entwickelt: Unter dem Link www.FahrRat-altona.de finden Nutzer eine Karte des Bezirks sowie kleine Symbole, die sich per Mausklick an bestimmte Orte schieben lassen. Für einzelne Radwege, Kreuzungen oder sonstige Punkte lassen sich so Kommentare zum Zustand der Radfahrstrecke hinterlegen. Die so gewonnenen Hinweise sollen Basis für die kommende Planung zur Weiterentwicklung des Radverkehrs in Altona sein. „Mit der Online-Plattform gehen wir neue Wege und hoffen auf eine rege Beteiligung, um dicht an den Bedürfnissen planen zu können“, sagt die Bezirksamtsleiterin. Die Internetseite ist noch bis zum 30. Juni freigeschaltet, anschließend sollen die Hinweise von einem Ingenieurbüro ausgewertet werden. Schon jetzt hat sich diese Beteiligungsform laut Bezirksamt gut etabliert. Bereits in den ersten Tagen der Freischaltung hätten Bürger rund 1400 Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten im Radwegenetz des Bezirks vergeben. Ob aber alle Hinweise auf Missstände auch direkt vom Bezirk behoben werden können, dürfte an größeren Straßen zweifelhaft sein. So beschweren sich Radfahrer derzeit massiv über eine neue Ampelschaltung an der Kreuzung Holstenkamp/Schnackenburgallee. Eine Fußgängerampel wurde dort schlicht abgeschaltet. Radler müssen auf der Strecke zwischen Bahrenfeld und Eimsbüttel nun drei Ampeln statt einer passieren, um über die Straße zu kommen. Veranlasst hat diese Änderung die übergeordnete Verkehrsbehörde, die angesichts der A-7-Baustellen den Verkehrsfluss auf nahen Hauptstraßen verbessern will. „Eine Zumutung und Benachteiligung“, die der angeblichen Förderung widerspreche, sagt Christian Michalke von der Bürgerinitiative Volkspark.