Menschlich gesehen

Die Retterin

Psychologie studieren, einen guten Job machen – und dann noch kurz die Welt retten. Darauf könnte man das Leben von Franziska Michalczik reduzieren, wenn sich die Welt so einfach retten ließe. Andererseits: Versuchen kann man’s ja mal. Am besten in einer Organisation wie dem Deutschen Roten Kreuz, dachte sie sich. Der Hamburger Landesverband ist der drittälteste der Welt und hat eine langjährige Retterkompetenz. Am Sonntag feiert er sogar 150-jähriges Bestehen. Insofern bringt sich die 26-Jährige bei der Wasserwacht Eimsbüttel an geeigneter Stelle ein.

Geboren wurde sie in Schwerin, studiert hat sie in Berlin, eine Anstellung bei Airbus führte die aufgeräumte junge Frau nach Hamburg. Alles, was sie sagt, klingt glasklar, strukturiert und durchdacht. Analytisches Gespür braucht sie auch, wenn sie in ihrem Hauptberuf Piloten an die Belastungsgrenze bringt, um mit ihnen Cockpitsysteme für Notfälle zu optimieren.

In ihrer Freizeit setzt sie sich im Kriseninterventionsteam selbst Grenzerfahrungen aus. „Idealismus gehört dazu“, sagt sie, „und der Glaube daran, dass man etwas ändern kann.“ Einige ihrer Freunde könnten das nicht, „weil es natürlich auch belastend ist“. Aber ihr Interesse an Menschen sei stärker: „Ich will verstehen, wie der Geist funktioniert, welche Facetten es gibt.“ Praktischerweise ist auch ihr Freund Manuel beim Roten Kreuz. So bleibt Zeit, zu zweit die Welt zu retten.