Silvesternacht

Zahlreiche Böller-Verletzungen – jüngstes Opfer sieben Jahre

Großeinsatz der Feuerwehr, Autobrände und ein schwerer Verkehrsunfall - trotz zahlreicher Vorfälle verlief die Silvesternacht jedoch vergleichsweise ruhig.

Hamburg/Kiel. Das neue Jahr hat für Polizei und Feuerwehr in Hamburg mit reichlich Arbeit begonnen. Zwischen 18 und 6 Uhr zählte die Polizei 1180 Einsätze. „Das ist normal für eine Silvesternacht“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Es sei nichts Schwerwiegendes passiert. Die Feuerwehr rückte in der Hansestadt insgesamt 1099 Mal aus – im vergangenen Jahr waren es 1076 Einsätze gewesen. In Schleswig-Holstein sprach die Polizei von einer vergleichsweise ruhigen Silvesternacht.

Auffällig sei die hohe Zahl der Verletzungen durch Feuerwerkskörper gewesen, berichtete ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. „Dieses Jahre gab es vor allem viele Kinder und Jugendliche.“ Das jüngste Opfer sei gerade einmal sieben Jahre alt gewesen. Ein 33-Jähriger verlor kurz nach Mitternacht in Rahlstedt beim Hantieren mit einem Böller den Mittelfinger seiner linken Hand. Ein 55 Jahre alter Mann zog sich beim Zünden einer Raketenbatterie in Lohbrügge schwere Verletzungen und Verbrennungen im Gesicht zu.

+++Hunderttausende feiern in Hamburg das neue Jahr+++

Neben 757 Rettungsdiensteinsätzen musste die Feuerwehr 308 Brände löschen, davon 228 kleinere in Mülleimern und Papiercontainern. Außerdem brannten in der Hansestadt drei Autos.

Gegen 23.20 Uhr mussten die Einsatzkräfte dann zu einem Großeinsatz in Lurup ausrücken: Ein Feuer zerstörte Dachstuhl und eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Eine Bewohnerin wurde verletzt. Rund 30 Bewohner wurden in der Nacht in Sicherheit gebracht - am Morgen durften sie wieder in ihre Wohnungen.

Bei einem Verkehrsunfall auf der Kollaustraße in Niendorf wurden knapp zwei Stunden nach Mitternacht zwei Frauen (20 und 17 Jahre) in ihrem Auto (Ford Focus) eingeklemmt. Sie waren aus ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Eine Frau wurde lebensgefährlich, die andere schwer verletzt.

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Wochen blieb es im Schanzenviertel und auf St. Pauli ruhig. „Wir hatten keine großartige Randale“, sagte ein Pressesprecher. Rund 40 Demonstranten zogen im Rahmen der jährlich an Silvester stattfindenden sogenannten Knastdemo friedlich zur Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis.

Im Bereich der St. Pauli Landungsbrücken hatten bis zu 25.000 Menschen den Jahreswechsel gefeiert. Rund um die Binnenalster waren es laut Polizei etwa 10.000. Im Vergnügungsviertel St. Pauli waren zeitweilig 40.000 Menschen unterwegs.