Hamburger Völkerkundemuseum

Grünen-Chef Özdemir: Kultur der Tscherkessen bewahren

Die Tscherkessen, eines der ältesten Völker Europas, leben seit Jahrtausenden im Nordwest-Kaukasus. Vor 150 Jahren wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben und leben seitdem in alle Welt verstreut, die meisten in der Türkei.

Hamburg. Grünen-Chef Cem Özdemir sieht die Olympischen Winterspiele in Sotschi als Gelegenheit für Russland, auf die Tscherkessen zuzugehen. „Es wäre gut, wenn man mit den Organisationen vor Ort auf die tscherkessische Kultur hinweist“, sagte Özdemir, selbst tscherkessischer Herkunft, am Donnerstag in Hamburg anlässlich der Ausstellung „Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht“ im Völkerkundemuseum.

Die Tscherkessen, eines der ältesten Völker Europas, leben seit Jahrtausenden im Nordwest-Kaukasus. Vor 150 Jahren wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben und leben seitdem in alle Welt verstreut, die meisten in der Türkei. Ihre Hauptstadt war Sotschi, wo im Februar 2014 die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden.

„Außerdem wäre es aus ökologischer Sicht sehr wünschenswert, wenn der Reichtum der Natur nicht verloren geht“, sagte Özdemir, der sich schon im Europaparlament für die Tscherkessen einsetzte und dort einen „Tag der Tscherkessen“ ins Leben rief. Seinem Vater, der 1961 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, erfüllte er den Wunsch, einmal in die Heimat der Tscherkessen im Nordwest-Kaukasus zu reisen.

Museumsdirektor Wulf Köpke betonte, dass sich in Russland in Bezug auf die Tscherkessen einiges tue. So sei 2012 in Sotschi ein Denkmal für die 1864 vertriebenen Tscherkessen errichtet worden. Für Gülay Gün vom tscherkessischen Kulturverein Oyten ist die Ausstellung „ein überwältigender Moment“, weil es die erste Ausstellung über Tscherkessen außerhalb des Kaukasus sei.

Zu sehen sind Gürtel, Schmuck und Trachten der Tscherkessen. Außerdem Informationen zur Pferdezucht, Religion und zur Sprache der ursprünglich zwölf Stämme. Das Siedlungsgebiet reichte einst bis ans Schwarze Meer und umfasste die Steppen des heutigen südlichen Russland.

( (dpa) )

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