Winter

Der Norden rüstet sich für eisige Zeiten

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David Fischer und André Klohn

Die Lagerhallen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind prall gefüllt mit Streusalz. Allein in der Hansestadt können bis zu 370 Winterfahrzeuge ausrücken. Streusalz darf mancherorts aber nur auf Straßen verwendet werden.

Hamburg. Wenn in Hamburg bis zu 370 Winterfahrzeuge zu einem Großeinsatz ausrücken, fällt so viel Streusalz auf die Straßen der Hansestadt, wie manche Kleinstadt sich für ein ganzes Jahr als Vorrat zugelegt hat – zwischen 250 und 400 Tonnen. Diese Größenordnungen nennt der Sprecher der Hamburger Stadtreinigung, Reinhard Fiedler. Seine Mitarbeiter hatten in der vergangenen Wintersaison ordentlich zu tun: Ihre Fahrzeuge streuten im Winter 2012/2013 insgesamt 22 700 Tonnen Sand, Salz und Kies – im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 7800 Tonnen.

In der Nord-Metropole kann der Winterdienst im Notfall auf bis zu tausend Helfer zurückgreifen. Rund 17 000 Tonnen Streusalz hat die Stadtreinigung in diesem Jahr in ihren Lagerhallen und Silos gebunkert. „Das reicht auch für einen harten Winter“, versicherte Fiedler. In den vergangenen zwei bitterkalten Saisons ist diese Menge auch benötigt worden. Besonders einsatzreich seien jedesmal Tage mit Temperatur um null Grad Celsius und nassen Fahrbahnen.

Was viele nicht wüssten: Salz darf in Hamburg nur auf Straßen verwendet werden, auf Gehwegen etwa sei der Einsatz verboten, sagte Fiedler weiter. Deswegen kämpft die Stadtreinigung alternativ mit rund 100 Tonnen Kies gegen vereiste Radwege an. Der Winterdienst werde zwar in diesem Jahr keinen Einsparungen zum Opfer fallen. Aber: „Wir hoffen, dass wieder ein milder Winter kommt und wir die höheren Ausgaben wieder reinholen können.“

Auch Schleswig-Holsteins Straßenmeistereien haben sich für eine kleine „Eiszeit“ gerüstet. „Unsere Hallen sind voll mit Streusalz“, sagte Frank Ricke vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) am Donnerstag. Landesweit seien 33 000 Tonnen Salz eingelagert – mehr gehe nicht.

1,5 Millionen Euro kostete es, diesen Vorrat anzulegen. Der jährliche Bedarf an Taumitteln schwanke erheblich. So wurden im vergangenen Winter rund 80 000 Tonnen Salz gestreut. Es habe aber auch schon Winter gegeben, in denen nur etwa 13 000 Tonnen benötigt wurden. Der Winterdienst hat in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr nach Angaben des Landes-Verkehrsministeriums rund 15 Millionen Euro gekostet, der Normalfall liegt bei 10 Millionen. 60 000 Tonnen Salz seien gestreut worden, im Winter zuvor waren es nur 44 000 Tonnen gewesen.

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