Ärger um 421 neue Schreibtische in der Finanzbehörde

Beamte können sie elektrisch in der Höhe verstellen. Kosten: fast 275.000 Euro

Hamburg. Möbelrücken in der Hamburger Finanzbehörde. Nach Abendblatt-Informationen hat das Haus von Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) 421 neue Schreibtische für seine Mitarbeiter gekauft – alle sind elektrisch höhenverstellbar. Kostenpunkt pro Tisch: 650 Euro.

Dafür gibt es scharfe Kritik von der Opposition. „Die fast 275.000 Euro wären zur Reduzierung der Kreditaufnahme besser eingesetzt gewesen. Hinzu kommt, dass zu teuer eingekauft wurde und die Höhenverstellbarkeit ein unnötiger Luxus ist, der in der Praxis kaum genutzt wird“, sagte CDU-Vizefraktionschef Roland Heintze. Auch der Bund der Steuerzahler Hamburg hat kein Verständnis: „Es hätten wohl auch normale Schreibtische getan, die wären dann etwa 100.000 Euro günstiger gekommen“, sagte Geschäftsführer Marcel Schweitzer.

Die Finanzbehörde verteidigte die Anschaffung: „Im Rahmen der Reduzierung städtischer Büroflächen werden die Standorte am Rödingsmarkt und am Klosterwall aufgegeben und die Mitarbeiter auf die Standorte am Gänsemarkt und den Großen Bleichen verteilt“, sagte Sprecher Daniel Stricker. Damit verbunden seien erhebliche bauliche Maßnahmen, um mehr Mitarbeiter bei gleichbleibender Bürofläche unterbringen zu können.