Hamburger Personalpolitik

Bezirke verlieren Mitarbeiter für Jugendhilfe

Laut einer Senatsantwort auf eine Anfrage von Grünen-Sozialpolitikerinnen entsendet die Stadt Mitarbeiter aus den Bereichen der Jugendhilfe an die Jugendberufsagenturen. Das Bezirksamt Altona warnt bereits vor möglichen Einschränkungen.

Hamburg Unter dem Aufbau der Jugendberufsagenturen in den Bezirken leidet offenbar die Jugendhilfe. Laut einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Grünen-Sozialpolitikerinnen Katharina Fegebank und Christiane Blömeke entsendet die Stadt Mitarbeiter aus den Bereichen Jugendsozialarbeit, Sozialarbeit und sogar aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) an die neuen Einrichtungen. Aus der Antwort geht weiter hervor, dass das Bezirksamt Altona den Senat bereits vor möglichen Gefahren durch die Personalpolitik gewarnt hat.

„Das Bezirksamt Altona hat gemeldet, dass derzeit Einschränkungen durch die Entsendung von Mitarbeitern in die Jugendberufsagentur nicht auszuschließen sind“, heißt es in der Drucksache. Blömeke fordert eine umgehende Korrektur der Umbaupläne. „Diese entpuppen sich als üble Mogelpackung. Der Aufbau der Jugendberufsagentur wird durch Personalabbau bei der Kinder- und Jugendarbeit, bei den Jugendämtern und der Straßensozialarbeit erkauft“, sagt die Grünen-Politikerin. Nach bisheriger Planung geht es um sieben derartiger Stellen. Es ist aber jetzt schon klar, dass weitere dazu kommen werden. „Das ist inakzeptabel“, so Blömeke weiter. Diese Arbeitsbereiche seien ohnehin schon unterbesetzt und könnten keinen weiteren Personalabbau verkraften.

Konkret richten sich die neuen Jugendberufsagenturen an Hamburger unter 25 Jahren, die nach dem Ende ihrer Schullaufbahn Hilfe bei den Übergängen ins Studium oder in die Ausbildung benötigen. Bisher arbeiteten alle zuständigen Institutionen, also Agentur für Arbeit, Jobcenter team.arbeit.hamburg und das Hamburger Institut für Berufliche Bildung an verschiedenen Orten. Ab sofort helfen Beraterinnen und Berater zentral gebündelt bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, bei verschiedenen Studienwünschen, aber auch bei drohenden Ausbildungsabbrüchen oder bei der Suche nach beruflichen Orientierungsangeboten. Geplant ist, bis 2014 in allen sieben Bezirken eine solche Jugendberufsagentur einzurichten, in denen 318 Mitarbeiter beschäftigt sein werden.

Die Sozialbehörde hat kein Problem mit der Auswahl des Personals. „Wir bewerten den vorgesehenen Ressourceneinsatz als notwendig, weil die fachlich erfahrenen Mitarbeiter der Bezirksämter in den regionalen Standorten wesentlich zur erfolgreichen Arbeit der Jugendberufsagentur beitragen“, sagt ein Sprecher. Katharina Fegebank kritisiert das Vorhaben. „Mitarbeiter gegen die fachliche Einschätzung des Teams der Straßensozialarbeiter vor Ort aus guten Angeboten für Kinder und Jugendliche zu versetzen, halte ich für falsch. Erst recht, wenn auch die politischen Verantwortlichen vor Ort dagegen sind – wie beispielsweise in Altona.“ Wenn die Bezirksämter keine Stellen hätten, dann müsse eine andere Lösung gefunden werden.