„AnDOCken“

Erste Hamburger Praxis für Menschen ohne Papiere eröffnet

Hamburgs erste Praxis für Menschen ohne Papiere hat am Mittwoch in Altona eröffnet. Patienten werden hier anonym und kostenlos von Ärzten und einer Sozialberaterin behandelt und beraten.

Hamburg. Die Praxis „AnDOCken“ für die medizinische Versorgung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus ist am Mittwoch in Altona eröffnet worden. Menschen ohne Papiere werden hier anonym und kostenlos von zwei Ärztinnen und einer Sozialberaterin behandelt und beraten. Es ist das erste Projekt dieser Art in Hamburg und wird vom Diakonie-Hilfswerk getragen. Bisher fand die Sprechstunde seit 2011 in den Räumen der „Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose“ (Bundesstraße) statt. Die Finanzierung der neuen Praxisräume ermöglicht zu großen Teilen das Hamburger Spendenparlament.

Etwa zwei Drittel der Patienten seien Frauen, sagte Sozialberaterin Carolina Martinez. „Es geht häufig um das Thema Schwangerschaft und Geburt.“ Die Juristin hilft zudem bei Fragen zu Aufenthaltsrecht und Krankenversicherung. 2012 nahmen 170 Menschen die Sprechstunde in der Bundesstraße in Anspruch – Tendenz steigend. Ein Beratungstermin dauere mit Menschen ohne Papiere viel länger, weil beispielsweise sprachliche Probleme dazukämen, sagte Angela Bähr vom Diakonie-Hilfswerk. „Die Arbeit ist nicht mit der in einer regulären Arztpraxis zu vergleichen.“ Zudem würden die Patientinnen dauerhaft begleitet.