Fabrik

Zwei Brüder, mehrere Musikstile, und noch mehr Energie

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Christian Unger

Die amerikanische Indie-Folk-Band „The Avett Brothers“ starteten ihre Deutschland-Tour in der Fabrik in Hamburg. Gerade ist das dritte Album „The Carpenter“ der Band aus North Carolina erschienen.

Hamburg. Ein Grund die USA mehr zu lieben als Deutschland: Zu amerikanischer Folk-Musik lässt sich besser feiern und tanzen als zu deutscher Volksmusik. The Avett Brothers waren am Dienstagabend auf der Bühne in der Fabrik in Altona – und sie bewiesen, wie viel Energie in ihrer Musik steckt. Gerade ist das dritte Album der Band aus North Carolina erschienen: „The Carpenter“ heißt es. Und wie das erste große Erfolgsalbum „I And Love And You“ ist die Musik der Avett Brothers eine Mischung aus: Rock, Bluegrass, Pop – und Folk. Und wenn sie richtig gut drauf sind, kommt noch eine Portion Punk dazu. „Die Brüder transzendieren jedes Genre“, schrieb der „Rolling Stone“. Die Brüder, das sind Scott und Seth Avett, Anfang und Mitte 30, sie sind Kern der Band, der eine glattes, langes Haar, der andere eine lockige Mähne, der eine brav, der andere wild. In der Musik ihrer Band singen, hüpfen, schreien, klatschen sie gemeinsam. Und die beiden spielen verdammt gut: Gitarre, Banjo, Piano.

Auf der Deutschland-Tour, die in der Fabrik in Hamburg startet, begleiten die Brüder noch ein Cellist, ein Bassist und ein Schlagzeuger. Im Publikum wippten junge Hipster genauso mit im Takt wie grauhaarige Männer mit Jeansweste. Vor allem viele Frauen sind unter den Zuschauern, singen die Balladen der Brüder laut mit.

Das neue Album „The Carpenter“ wurde von Rick Rubin produziert. Schon die erste Zusammenarbeit mit Rubin war von großem Erfolg gekrönt, mit „I and Love and You“ kamen die „Avett Brothers“ das erste Mal die Top 20 der Billboard Charts, das Album erreichte die Jahres Top 10 des Time Magazine. Höhepunkt war die Einladung zu den Grammy Awards 2011, bei denen sie „Head Full of Doubt, Road Full Of Promise“ auftraten und direkt im Anschluss zusammen mit der Indie-Folk-Band „Mumford & Sons“ und der Legende Bob Dylan dessen Klassiker „Maggie’s Farm“ zum Besten gaben.

In den USA spielt die Band Festivals und auf großen Bühnen. Drei weitere Konzerte geben sie noch in Deutschland, in Berlin, Köln und München. Dann aber nur in kleineren und mittelgroßen Klubs. Der Auftritt in der Fabrik in Hamburg hat bewiesen, dass den Brüdern und ihren Mitmusikern diese Tour richtig Freude macht.

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