Teherani-Bau

Leerstand im Vorzeige-Bürohaus in City Süd

Der preisgekrönte Teherani-Bau in der City Süd ist seit Monaten ohne Mieter, steht leer. Jetzt wird das Doppel-X-Gebäude umgebaut.

Hammerbrook. Das Doppel-X-Hochhaus galt um 2000 als eines der innovativsten Bürohäuser Hamburgs. Doch seit Monaten steht das von Hamburgs Star-Architekt Hadi Teherani gezeichnete, und später von Fachjurys preisgekrönte Gebäude in der City Süd komplett leer.

Bereits 2009 war der ursprüngliche Mieter, ein großes Versicherungsunternehmen, aus der immerhin 17.000 Quadratmeter großen Fläche ausgezogen und hatte sich nach Ende der zehnjährigen Vertragslaufzeit einen anderen Standort gesucht. Ende des Jahres schlossen nun auch Mitarbeiter des Hamburger Sportbunds als Zwischennutzer das letzte Mal die Türen ihrer Büros am Heidenkampsweg. Jetzt soll das Haus im Inneren umgebaut und auch mit einer neuen Klimatechnik versehen werden, teilte das Maklerunternehmen Grossmann und Berger mit, das die Vermietung übernommen hat.

Bei seiner Einweihung 1999 galt aber gerade das Klimasystem als besonders zukunftsweisend Das zwölf Stockwerke hohe Haus hat einen Grundriss in Form von zwei X, umhüllt ist es von einer Art Glashülle in der sich die Fassaden der umgebenden Gebäude spiegeln. Teherani und Partner seines Büros BRT (Bothe Richter Teherani) hatten seinerzeit solche Techniken entworfen, unter anderem auch für den benachbarten Berliner Bogen.

Beide Glas-dominierten Häuser waren von dem Hamburger Immobilienkaufmann Dieter Becken entwickelt worden. Am Vorabend der Finanzkrise konnte Becken 2008 aber dieses und eine Reihe weiterer Bürohäuser im Paket an das Finanzunternehmen Morgan Stanley verkaufen, dem das Doppel-X immer noch gehört. 670 Millionen Euro soll das Paket seinerzeit Becken gebracht haben.

Im Inneren des Doppel-X sollten unter anderem zwei Wasserflächen im Foyer für ein gutes Klima sorgen. Doch Nutzer berichteten von Problemen mit Algen, zudem sollen wohl gelegentlich Besucher des Hauses mitten hineingestapft sein, weil sie nicht mit Teichen dort gerechnet hatten. Heute ist das Wasser längst verschwunden - stattdessen schimmern dort blaue Glasscherben. Schwierig ist die Vermarktung aber offenbar für eine so große Fläche, die auf einen Einzelnutzer ausgerichtet sei. Laut Grossmann und Berger soll das Doppel-X daher umgenutzt werden, damit mehre Firmen dort mieten könnten. Eine große Fläche mit rund 6000 Quadratmetern sei als eine Art Anker gedacht. "Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer dazu schon den ersten Mietvertrag unterzeichnen können", sagt Thomas Schmitz, Spezialist für Gewerbeimmobilien bei dem Unternehmen.

Die Hoffnung setzt dabei auch auf den Aufschwung , den der Büromarkt gerade in der City Süd in jüngster Vergangenheit gezeigt hat. 87.700 Quadratmeter Büroflächen wurden 2012 dort neu vermietet, die City Süd gilt damit als umsatzstärkster Büromarkt der Stadt. Grund: citynah, aber mit Mieten zwischen 6,5 und 13,50 Euro pro Quadratmeter längst nicht so teuer.