Brandschutz für Philturm

Gefahren: Für drei Millionen Euro werden die gröbsten Mängel am Uni-Gebäude beseitigt.

Fehlende Feuerschutztüren, mangelnde Beschilderungen, zu wenig Rauchmelder - an der Universtität gibt es schwere Brandschutzmängel. Vor allem betroffen: der so genannte Philturm, der Philosophenturm, und das Zoologische Institut. "Das kann so nicht bleiben", sagt Andreas Kattge (44), Brandschutzexperte der Feuerwehr Hamburg, gegenüber dem Abendblatt. "Im Falle eines Brandes besteht hier erhöhte Gefahr."

Auch Jan Quast (38), Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion, bezeichnet die Situation als besorgniserregend - und klagt den Senat an: "Obwohl die Mängel seit 2001 bekannt sind, hat der Senat bisher zu wenig unternommen, um diese Missstände im Interesse der Sicherheit von Studierenden und Lehrenden zügig abzustellen." Denn die Mängel seien schon vor drei Jahren bei Sanierungsarbeiten an der Fassade entdeckt worden. Passiert sei jedoch nichts. Jetzt sollen aber zumindest die schlimmsten Brandschutzmängel für rund drei Millionen Euro beseitigt werden. Noch im März wird im Philosophenturm saniert - im Rahmen ohnehin anstehender Umbauarbeiten. Das bestätigte Jenspeter Rosenfeldt (45) von der Behörde für Wissenschaft und Forschung.

Im Zoologischen Institut, wo zurzeit Feuerschutztüren, Fluchtwegbeschilderungen und Kennzeichnungen von Notausgangstüren fehlen, hat sich der Sanierungsplan jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Hier müsse erst entschieden werden, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werden soll, so Rosenfeldt.

Gemeinsam mit dem Abendblatt begutachteten Brandschutzexperte Kattge und sein Kollege Günter Sievers (57) auf einem Rundgang im Philosophenturm die Mängel. Die Liste ist lang:

  • Kaputte oder fehlende Rauchschutztüren.
  • Für den Notfall nicht ausreichende Beleuchtung der Treppen.
  • Die Stahlbetondecken entsprechen nicht der vorgeschriebenen Feuerbeständigkeit.
  • Ein Feuerwehrfahrstuhl fehlt.
  • Zu wenig Rauchmelder.
  • In die Decke verlegte Kabel. Kattge rügt: "Im Falle eines Brandes käme es hier zu extremer Rauchentwicklung."

Die Mängel führen die Experten darauf zurück, dass die Brandschutzeinrichtungen an dem über 40 Jahre alten, vierzehnstöckigen Hochhaus nicht an die neuen Sicherheitsvorschriften angepasst wurden. Zudem hätten Baufehler, Schlampereien bei Umbauarbeiten und Materialermüdung zu dem mangelhaften Zustand beigetragen.

Peter Rinze (60), Sicherheitsbeauftragter der Uni, gesteht die Mängel ein, verweist aber darauf, dass man die Situation im Griff habe. "Im Brandfall bestünde bei den derzeitigen Sicherheitsverhältnissen zwar eine erhöhte Gefahr. Allerdings ist das Risiko nicht so groß, dass wir Sofortmaßnahmen ergreifen müssten."