Kommentar: HSH: Nordbank entlässt Vorstände

Die Verantwortung liegt bei der Politik

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Zwei Bankvorstände segnen riskante Geschäfte ab, die Sache geht schief, es fallen Millionenverluste an, ein Gutachten bestätigt ihr Fehlverhalten, sie müssen gehen. Das, was sich gestern bei der HSH Nordbank ereignete, war zwar nicht alltäglich, aber es war ein logischer Schritt.

Wer allerdings glaubt, mit der Ablösung von Peter Rieck und Jochen Friedrich sei die Aufklärung des HSH-Debakels abgeschlossen, der irrt. Sie steht erst am Anfang. Denn Rieck und Friedrich mögen Risiken falsch eingeschätzt, den falschen Leuten vertraut oder die Mahner ignoriert haben - aber sie durften sich jederzeit der Rückendeckung der Politik sicher sein. Es waren die Regierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein, die die HSH Nordbank geradezu erschaffen und mit überzogenen Renditeerwartungen zum Eingang enormer Risiken ermutigt haben. Jahrelang ging das gut, am Ende fürchterlich schief. Wer die Verantwortung für diese (Geschäfts-)Politik übernimmt, ist noch zu klären. Sicher nicht die gestern entlassenen Vorstände.