Familienministerin gegen Impfkosten-Beteiligung

Von der Leyen: Kassen sollen Impfung zahlen

Familienministerin von der Leyen hat die Forderung der Krankenkassen zurückgewiesen, Bund und Länder sollten sich an den Impfkosten gegen die Schweinegrippe beteiligen.

Hamburg. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Forderung der gesetzlichen Krankenkassen nach einer Beteiligung von Bund und Ländern an den Impfkosten gegen die Schweinegrippe zurückgewiesen. „Solange die Krankenkassen einen Überschuss an Einnahmen haben, müssen diese Versichertengelder natürlich auch zur Vorbeugung gegen die Schweinegrippe eingesetzt werden. Genau dafür sind wir krankenversichert“, sagte sie dem Hamburger Abendblatt.

Vertreter der Krankenkassen hatten angesichts von geschätzten 600 Millionen Euro Kosten für die erste geplante Impfaktion den Mitgliedern mit Zusatzbeiträgen gedroht. „Eine Krankenversicherung, in die die Menschen Monat für Monat einzahlen müssen, ist zunächst einmal dazu da, eine Behandlung oder – besser noch – eine schützende Vorsorge zu finanzieren“, sagte von der Leyen. „Gott sei Dank wird jetzt der Grippeimpfstoff hergestellt. Deswegen ist es das Vernünftigste, jetzt zu impfen.“ Es koste viel mehr, Schweinegrippe im Nachhinein zu behandeln, als durch Impfung vorzubeugen.

Die Zahl der Schweinegrippen-Fälle steigt weiter rasant. Innerhalb nur eines Tages registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin 635 neue Fälle in Deutschland. Damit hat es bis Dienstag rund 4500 Fälle der neuen Grippe gegeben.

Die meisten Patienten gibt es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Es sind weiterhin vor allem aus dem Ausland kommende Reisende, die mit dem neuen Influenza-Virus H1N1 infiziert, sind. Die meisten Patienten brachten die Grippe aus Spanien mit. Die Erkrankungen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aber bisher mild verlaufen.