Ausschreitungen befürchtet

Reaktionen auf das nächste Schanzenfest

Kai Voet van Vormizeele , innenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, übt sich in Zurückhaltung: "Wir werden uns das bis dahin gelassen ansehen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn es friedlich bleibt. Man muss das Fest von den Ausschreitungen trennen. Mittelfristig sollte es aber ebenso angemeldet werden wie jedes andere Straßenfest auch."

Die Bürgerschaftsabgeordnete der Partei Die Linke, Christiane Schneider , wollte sich gegenüber dem Abendblatt zu der Ankündigung, ein zweites Schanzenfest am 12. September zu organisieren, nicht äußern. Sie wolle die erneute Auflage des Festes erst kommentieren, wenn sie genaue Inhalte der Veranstaltung kenne, sagte Sprecher Martin Bialluch.

SPD-Innenexperte Andreas Dressel : "Die Ansage hört sich eher nach einer Kampfansage als nach einem Dialog an. Es kann nicht angehen, dass sich die Eskalation der Gewalt quartalsweise wiederholt." Antje Möller , Innenexpertin der GAL, war gestern nicht für ein Statement zu erreichen.

Innenbehörde und Polizei warten die Entwicklung bis zum September ab. Intern heißt es, dass man auf die Provokation aus dem Schanzenviertel nicht reagieren wolle.

Der zuständige Bezirk Altona wird sich aller Voraussicht nach gegen eine Duldung des Schanzenfestes aussprechen. Das ließen die Fraktionschefs der schwarz-grünen Koalition und der SPD verlauten. Joachim Lenders , Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, befürchtet "Gewaltorgien".