Atomkraft: Pannenreaktor Krümmel

Hamburg Wasser fordert Schadenersatz

Der Konzern Hamburg Wasser möchte Vattenfall wegen des Störfalls im Atomkraftwerk Krümmel zur Kasse bitten.

Wie Konzernsprecher Carsten Roth gestern bestätigte, hätten Gespräche über Schadenersatz begonnen. In Hamburg waren nach dem Störfall am Sonnabend an 16 Stellen Wasserrohre geplatzt, Straßen sackten ab und wurden überflutet, Keller liefen voll. Rund hunderttausend Menschen hatten zeitweise kein Wasser. "Wir führen enge Gespräche mit Hamburg Wasser", bestätigte Vattenfall-Sprecherin Sabine Neumann. Angestrebt werde eine gemeinsame Lösung. Dafür soll in den nächsten Tagen die genaue Schadenshöhe ermittelt werden. Klar ist, dass die 14 Pumpwerke, die am Netz von Vattenfall hängen, gleichzeitig ausfielen. Grund ist vermutlich ein Spannungsabfall, der nur eine Zehntelsekunde dauerte.

Vattenfall drohen weitere Schadenersatzforderungen. So meldete der Bayer-Konzern gestern, dass sein Chemiewerk in Brunsbüttel durch den Spannungsabfall beschädigt wurde und nur mit reduzierter Leistung arbeiten kann. Der in Brunsbüttel produzierte Rohstoff TDI wird benötigt, um Weichschaum für Matratzen und Autositze herzustellen.