Krwalle im Schanzenviertel in Hamburg

Autonome und Polizei liefern sich Straßenschlachten

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit ist es am Sonnnabend zu Ausschreitungen im Schanzenviertel gekommen. Die Situation eskalierte.

Hamburg. Ausschreitungen im Hamburg: Mit Wasserwerfern und Schlagstöcken ist die Polizei am Sonnabend bei einem Straßenfest im Schanzenviertel nach eigenen Angaben gegen etwa 900 bis 1000 Randalierer vorgegangen. Aus deren Reihen seien zuvor „massiv“ Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten geworfen worden, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Es habe auch Festnahmen gegeben. Wie viele, konnte er zunächst nicht sagen.

Randalierer hätten Molotowcocktails geworfen und vor einer Wache in der Nähe des Schanzenviertels einen Streifenwagen angezündet, sagte Meyer. Zwei verletzte Polizisten seien mit Schnittwunden und Prellungen in Krankenhäuser gebracht worden. Weitere ein oder zwei Beamte seien leichter verletzt worden, sagte er. Über eventuell verletzte Randalierer gab es zunächst keine Informationen.

Unterstützt von fünf Wasserwerfern räumten Polizisten gegen 22 Uhr die Straße vor dem Autonomentreff „Rote Flora“ und riegelten diese weitgehend ab. Der Vorfall ereignete sich unmittelbar nach dem Ende eines Rockkonzerts, das das offizielle Ende des sogenannten Schanzenfests markierte, nach dem es seit Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Randalierern kommt.

Polizisten drängten die nach Meyers Angaben überwiegend aus der Autonomenszene stammenden Randalierer in einen nahen Park sowie in Nebenstraßen ab. Dort kam es in den folgenden Stunden immer wieder zu einzelnen Flaschenwürfen gegen Polizisten sowie Zusammenstößen. Die Polizei ging wiederholt massiv mit Wasserwerfern gegen Gruppen von Demonstranten vor, aus denen heraus die Polizei beworfen wurde. Randalieren errichteten kleinere Barrikaden und zündeten sie an.

Gruppen von mutmaßlichen Randalierern bewegten sich am Abend durch das Schanzenviertel und die umliegenden Straßen, sagte Meyer. Die Ausschreitungen seien bislang aber nicht schlimmer als in den vergangenen Jahren gewesen. „Eigentlich entspricht es dem, was nach Einbruch der Nacht zu befürchten gewesen ist“, sagte der Sprecher.

Nach Meyers Angaben sind wegen des sogenannten Schanzenfests etwa 1000 Polizisten im Einsatz. Bei dem Fest kommt es seit Jahren immer wieder zu Krawallen. Im vergangenen Jahr wurden dabei 18 Menschen verletzt, darunter 11 Polizisten. Etwa 50 Protestierende wurden fest- oder in Gewahrsam genommen.