Polizeiauto und Barrikaden in Brand gesetzt

Schwere Ausschreitungen Autonomer im Schanzenviertel

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Kurz nach Einbruch der Dunkelheit ist es am Sonnnabend zu Ausschreitungen im Schanzenviertel gekommen. Die Situation eskaliert.

Hamburg. Beim sogenannten Hamburger Schanzenfest ist es am Sonnabendabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei berichtet, warfen Randalierer im Anschluss an ein friedlich verlaufenes Straßenfest Flaschen auf Polizeibeamte. Den Angaben zufolge wurden auch Böller gezündet und ein Dienstfahrzeug der Polizei in Brand gesetzt Ein Wasserwerfer der Polizei habe das Fahrzeug gelöscht.

Es habe erste Verletzte und mehrere Festnahmen gegeben, berichtete die Polizei. Wie viele Personen in Gewahrsam genommen worden seien, konnte bislang jedoch nicht gesagt werden.„Es beginnt das, was wir aus den Vorjahren kennen", sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Es seien auch Wasserwerfer eingesetzt und die Straße vor dem Autonomenzentrum „Rote Flora“ geräumt worden. Beim Schanzenfest gab es bereits wiederholt Krawalle der linken Szene.

Erwartet werde aber „eine lange Nacht“. Die Polizei ist nach eigenen mit mehreren Hundertschaften im Einsatz. Beobachter vor Ort sagen hingegen, die Polizei sei mit überraschend wenigen Kräften vor Ort. Vor der Roten Flora seien Barrikaden in Brand gesetzt worden, heißt es weiter. Die Straßen um das autonome Kulturzentrum herum seien mit Glasscherben übersät.

Anderen Augenzeugen berichten zufolge räumten zahlreiche Polizisten die Straße vor dem Autonomentreff „Rote Flora“ und riegelten diese ab. Sie drängten die zumeist schwarz gekleideten Randalierer in einen Park und Nebenstraßen ab. Auch in der Gegend um den Pferdemarkt herum hätten sich mehrere hundert Menschen versammelt. Die Stimmung sei angespannt.

Erst in der Nacht zum vergangenen Donnerstag hatte eine Anschlagsserie sondergleichen die Stadt erschüttert. Das Ergebnis: Vier hochwertige Privatwagen, zwei Fahrzeuge von Werbeagenturen und drei VW Caddys der Deutschen Post wurden bei Brandanschlägen zerstört. Es traf unter anderem einen Porsche 911 Carrera, einen Porsche Cayenne und einen Audi TT. An der Straße Durchschnitt (Rotherbaum) brannte ein Mercedes der Werbeagentur Jung von Matt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 400.000 Euro.

Die Polizei ging von einem politischen Hintergrund aus. Die Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt führt die Ermittlungen. Ob es einen Zusammenhang zum Schanzenfest gibt, wollte Polizeisprecher Ralf Meyer am Donnerstag jedoch nicht bestätigen. Joachim Lenders, Hamburg-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), äußerte zwei Vermutungen: Entweder seien die Anschläge eine "Grußbotschaft von Linksautonomen" vor dem Schanzenfest gewesen oder eine Protestaktion gegen den bevorstehenden G8-Gipfel in Italien.

( abendblatt.de/ap/dpa/ddp )

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