Infrastruktur an der Elbe

Studie: Hamburger Hafen braucht dringend Elbvertiefung

Foto: HA / A.Laible / Laible

Der Ausbau des Bahn- und Straßennetzes sowie die Elbvertiefung werden laut einer Studie über den Erfolg des Hamburger Hafens entscheiden.

Hamburg. Der Hamburger Hafen steht in den nächsten Monaten vor wichtigen Weichenstellungen, die über die Zukunft entscheiden: Trotz günstiger Rahmenbedingungen könnte der größte deutsche Hafen in eine Abwärtsspirale geraten, wenn die Infrastruktur nicht zügig ausgebaut wird.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag der Hamburger Sparkasse (Haspa). Die Vertiefung der Elbe und der Ausbau des Bahn- und Straßennetzes werden für den künftigen Erfolg des Hafens entscheidend sein.

„Weltwirtschaftlich gesehen hat der Hamburger Hafen nach wie vor die allerbesten Voraussetzungen“, sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. Der weltweite Warenhandel werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen und der Containerverkehr davon besonders profitieren. Besonders stark wachsen Hamburgs wichtigster Handelspartner China und andere Länder im asiatischen Raum.

Allein die Wirtschaftsdynamik Asiens, das für 60 Prozent des Hamburger Containeraufkommens steht, sorge für steigende Umschlagzahlen. „Wenn keine taktischen Fehler gemacht werden, stehen alle Ampeln auf grün“, sagte Straubhaar.

Doch es gebe ebenso Risiken. Dazu zähle vor allem der ungebrochene Trend zu immer größeren Schiffen, an den sich der Hafen anpassen müsse. „Die Elbvertiefung ist aus unserer Sicht eine unbedingte Notwendigkeit“, sagte Straubhaar. Er sorge sich, dass Hamburg zu langsam auf die Herausforderungen reagiere.

So hat sich durch den Regierungswechsel in Hamburg die Aufstellung des nächsten Hafenentwicklungsplans in Richtung Jahresende verzögert. „Wir müssen Sonderschichten einlegen“, forderte Straubhaar. „Wir kommen nicht schnell genug voran, wenn wir es weiter gemächlich angehen.“

Wichtige Verkehrsprojekte wie die Hafenquerspange ließen schon seit Jahrzehnten auf sich warten. Sie würden immer schwieriger zu realisieren, weil zum einen mit öffentlichem Widerstand zu rechnen und zum anderen die Finanzierung kaum noch zu stemmen sein. Weil der Hamburger Hafen eine wichtige Funktion für ganz Deutschland wahrnehme, sei der Bund ebenso in der Pflicht wie die Stadt. Zusätzlich müsse darüber nachgedacht werden, wie sich privates Kapital für Infrastrukturprojekte mobilisieren ließen.

Der Hamburger Hafen ist von der Krise 2009 schwer getroffen worden und hat sich noch immer nicht vollständig erholt. Für die Hamburger Wirtschaft ist der Hafen immer noch sehr wichtig; er steht für rund ein Sechstel der Hamburgischen Wirtschaftsleistung und sichert in der Stadt und der Umgebung direkt und indirekt fast 250 000 Arbeitsplätze.