Zwischenruf

Macht dem Singen doch ein Ende

Ein Glosse von Axel Tiedemann

Man staune und höre: Die Gema will nun auch in den Kitas abkassieren. Wenn die lieben Kleinen im Seniorenheim singen, möchte die Urhebergesellschaft künftig daran teilhaben. Nicht vor Ort natürlich, aber gezahlt werden muss. Wie bei großen Konzerten auch. Da soll es keine Ausnahmen mehr geben. Selbst dann nicht, wenn zum Üben kleine fotokopierte Zettelchen mit den Liedtexten nach Hause genommen werden. Auch Kopien kosten nun Gebühren.

Das nenne ich konsequent! Warum soll man nicht auch schon den Kleinsten (Kosten-)Disziplin antrainieren. Nur wer zahlt, darf singen. Sonst: Klappe halten.

Bravo, liebe Gema, endlich macht ihr Schluss mit dem Kuschelkurs. Was soll diese blöde Singerei auch. "In der Weihnachtsbäckerei ...". Ich kann es nicht mehr hören. Die Gema schaltet die Kinder stumm. Stille Nacht - endlich einmal wirklich. Gema sei Dank. Und man müsste noch mehr tun: Was ist denn mit dieser elenden Familiensingerei beim Keksebacken. Da beschränkt man sich doch auch nicht auf gemafreie Klangwolken, sondern bedient sich hinterhältig des bekannten Liedguts.

Auch das ist doch eigentlich ein öffentlicher Auftritt und gehört bezahlt - und so vielleicht verhindert.

Oder die Pest der Badewannen-Sänger: Was ist denn damit? Hier sollte die Gema ihr Gebühren-Jagdfeld sinnvoll erweitern, um auch hiermit endlich Schluss zu machen. Sobald ein Badezimmerfenster offen ist, das Gejaule heraustönt, müssten schon Gema-Häscher am Duschvorhang bereitstehen: "Einmal zahlen, bitte." Sonst droht die Gema-Stummschaltung.