GPS-Gerät löst Bombenalarm aus

Paketdienst-Mitarbeiter hatten in einem durchleuchteten Koffer verdächtige Drähte entdeckt

Billbrook. Bombenalarm im UPS-Frachtzentrum in Billbrook: Nachdem Angestellte am Dienstagabend beim Durchleuchten eines Gepäckstücks einen möglichen Sprengkörper entdeckt hatten, wurde das Logistikzentrum an der Werner-Siemens-Straße von der Polizei evakuiert und die Zugänge abgeriegelt. Erst gestern Mittag konnte die Polizei Entwarnung geben. In dem grauen Hartschalenkoffer, der auf dem Weg nach Spanien war, fanden die Ermittler weder eine Bombe noch eine Bombenattrappe, sondern ein GPS-Gerät samt Akkus.

Kurz vor 21 Uhr am Dienstag entdeckten UPS-Mitarbeiter auf den Bildschirmen der Röntgenanlage des Lagers mehrere verdächtige Drähte und alarmierten die Polizei. Der Koffer wurde mit einem sogenannten Wassergewehr aufgeschossen, sagte Polizeisprecher Holger Vehren.

Noch in der Nacht gaben die Ermittler des Landeskriminalamts bekannt, dass in dem Gepäckstück kein Sprengstoff gefunden wurde und von einer Bombenattrappe auszugehen sei. Am frühen Nachmittag folgte dann die Abschlussmeldung: Die Drähte gehörten zu einem GPS-Gerät, das im Oktober während einer Werbeaktion des Spirituosen-Herstellers Bacardi, einer Schnitzeljagd, benutzt wurde und auf dem Weg zurück zur verantwortlichen Werbeagentur in Spanien war. Gefahr ging von dem Koffer zu keiner Zeit aus.

Erst vor wenigen Tagen hatten mehrere Paketbomben für Aufregung gesorgt und den Ruf nach mehr Sicherheit im Frachtverkehr laut werden lassen: Ein Paket war an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) adressiert und ebenfalls mit UPS verschickt worden. Zwei weitere Paketbomben waren in amerikanischen Frachtflugzeugen von UPS entdeckt worden.