Hamburg/Kiel

22 gefährliche Straftäter werden im Norden möglicherweise entlassen

Hamburg/Kiel. In Hamburg und Schleswig-Holstein müssen möglicherweise 22 Straftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden – auch wenn sie noch als gefährlich gelten. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. Danach darf die Sicherungsverwahrung nicht rückwirkend verlängert werden. Bis 1998 war sie auf maximal zehn Jahre begrenzt.

In Hamburg sind laut Justizbehörde 17 Straftäter von dem Urteil betroffen. Drei von ihnen könnten bereits vor Weihnachten auf freien Fuß kommen. In Schleswig-Holstein kamen Mitte Juli bereits zwei Sexualstraftäter aus der Sicherungsverwahrung frei. Fünf weitere Häftlinge könnten dem Kieler Justizministerium zufolge bis Ende 2011 oder Anfang 2012 von der Straßburger Entscheidung profitieren. Ein weiterer entlassener Sexualstraftäter aus Baden-Württemberg ist vor gut einer Woche nach Hamburg gezogen.