Polizei rechtfertigt Einsatz des Schlagstocks nach Videoanalyse

Die Linksfraktion will den Schlagstockeinsatz eines Beamten gegen den festgenommenen Exhibitionisten morgen in der Bürgerschaft thematisieren. Auf dem Video, welches das Abendblatt auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, ist zu sehen, wie ein Beamter mehrmals auf den 27-Jährigen einschlägt, während sein Kollege eine Gruppe von etwa zehn jungen Männern ebenfalls mit einem Schlagstock in Schach hält.

"Ich halte die Reaktion des Polizisten für unverhältnismäßig. Aus meiner Sicht ist das ein rechtswidriger Übergriff", sagt Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Damit habe die Eskalation der Gewalt begonnen. "Allerdings sind vielleicht entscheidende Szenen nicht zu sehen gewesen", räumt Schneider ein.

Die Polizei verteidigt das Vorgehen ihres Kollegen. "Die Beamten sehen sich einer aggressiven Gruppe von Angreifern gegenüber, die sich verbal und körperlich nähert", sagt Polizeisprecher Ralf Meyer nach der Videoanalyse. Die Polizisten hätten sich der Situation angemessen aufgeteilt. Einer der Beamten habe die Männer abwehren müssen. Es wäre für dessen Kollegen schlicht unmöglich gewesen, dem betrunkenen Mann allein Handschellen anzulegen. "Das geht nicht, wenn der Mann seine Hände freiwillig nicht auf den Rücken legt", sagt Meyer. Der Festgenommene habe versucht, in den Genitalbereich des Beamten zu schlagen und damit Widerstand zu leisten. Um dieses zu unterbinden, habe der Polizist den Schlagstock eingesetzt.