Hamburg-Hausbruch

Nackten am Bahnhof gestoppt - 30 Männer überfallen Polizisten

Foto: TVR-Newsnetwork

Als die Beamten den Exhibitionisten ansprachen, wurden sie mit Flaschen und Steinen angegriffen. Fünf Polizisten verletzt, einer lebensbedrohlich!

Hamburg. Erst war es ein Routineeinsatz, dann wurde es lebensgefährlich: Nach Darstellung der Polizei war eine Streifenwagenbesatzung abends wegen einer angeblichen Schlägerei zum Bahnhof Neuwiedenthal gerufen worden. Die Beamten stellten vor Ort allerdings nichts fest, sodass sie sich auf den Rückweg machten.

Noch im Rehrstieg wurden sie auf eine Frau mit zwei Kindern aufmerksam und bemerkten gleichzeitig einen Mann, der der Passantin sein Geschlechtsteil präsentierte. Die Polizisten hielten an, um den Mann zu überprüfen und seine Personalien festzustellen. Noch während der Überprüfung des 27-Jährigen wurden die Polizisten plötzlich von rund 30 jungen Männern zunächst verbal und anschließend tätlich, u. a. durch Stein- und Flaschenwürfe, angegriffen.

Die Polizisten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um sich der Angriffe zu erwehren. Gleichzeitig forderten sie Unterstützung an. Auch diese Beamten wurden von den Tätern angegriffen. Zwei Polizisten gingen im Verlauf der Auseinandersetzung zu Boden und wurden trotzdem weiter mit Schlägen und Tritten traktiert.

Die Täter flüchteten schließlich. Bei der Fahndung gelang es, 16 Verdächtige im Alter zwischen 15 und 32 Jahren festzunehmen. Insgesamt wurden fünf Polizisten (35, 44 und 46 Jahre) verletzt. Einer der 46-jährigen Polizeibeamten erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen, unter anderem Brüche der Nase, des Kiefers und des Jochbeins, und liegt weiterhin im Krankenhaus. Die anderen Opfer erlitten Gesichts-, Nacken- und Rückenverletzungen und wurden ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt.

+++ SO KRIMINELL IST IHR STADTTEIL +++

Polizeipräsident Werner Jantosch: „Dieser brutale und hinterhältige Angriff macht mich fassungslos. Derartig ausufernde massive Gewalt gegen Polizeibeamte, die helfen wollten und nichts ahnend auf diese Weise attackiert werden, ist besonders niederträchtig. Diese brutale Tat zeigt einmal mehr, wie wichtig ein härteres Vorgehen gegen diese Täter ist. Der Weg der Innenminister ist richtig und muss konsequent weiter beschritten werden. Unsere Gedanken sind jetzt aber vor allem bei unseren verletzten Kollegen, denen wir baldige Genesung wünschen.“

Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei übernommen. Nach dem Haupttäter, der dem 46-jährigen Polizisten die schweren Verletzungen zugefügt hat und entkommen konnte, wird intensiv gefahndet.