Autobauer

Renault liefert 300 Elektroautos nach Hamburg

Die Franzosen bauen in Deutschland auf den Absatz von E-Autos, um so auch ihre Stellung als erfolgreichste ausländische Marke zu sichern.

Hamburg/Düsseldorf/Brühl. Die Stadt Hamburg will im Rahmen eines Pilotprojektes zur Elektromobilität die Zahl der mit Strom betriebenen Fahrzeuge in diesem Jahr nahezu verdoppeln. Dazu soll der französische Autobauer Renault 2012 rund 300 elektrisch betriebene Lieferwagen zur Verfügung stellen. „Mit dieser Kooperation steigern wir nachdrücklich die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen und erleichtern damit den Umstieg auf schadstoff- und geräuscharme Mobilität“, erklärte Wirtschaftssenator Frank Horch (SPD) am Freitag in Hamburg. Die Autos sollen an private Fuhrparkbetreiber geliefert werden. Bislang sind den Angaben zufolge in Hamburg etwa 350 Elektroautos und 200 Strom-Tankstellen in Betrieb.

Auch sonst will Renault künftig bei Elektrofahrzeugen den Ton angeben. „Das Interesse unserer Kunden ist riesig“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Renault Deutschland AG, Achim Schaible, in Düsseldorf. 2012 werde der Autobauer seine Palette von Elektrofahrzeugen auf vier Modelle aufstocken. Auf lange Sicht wolle Renault mit dieser Strategie Marktführer im Bereich von E-Autos werden, sagte der Deutschland-Chef.

Bei einer weltweiten Produktionskapazität von rund 90.000 E-Fahrzeugen habe sich das Unternehmen in diesem Jahr bereits 8000 Stück für den deutschen Markt gesichert. Um die Autos für die Kunden erschwinglich zu halten, werden die Batterien vermietet. Den Kunden solle das bestmögliche Angebot unterbreitet werden. Die Preise für die vier E-Modelle liegen zwischen 7000 und 26.000 Euro. Mit dem Kangoo Z.E. sei Renault hoffnungsvoll gestartet. In den kommenden Monaten folgten die Modelle Fluence Z.E. der Cityflitzer Twizy und im zweiten Halbjahr die Kompaktlimousine Zoe.

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Mit dem Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zeigte sich Schaible zufrieden, obwohl es durch die Erdbebenkatastrophe und den Tsunami in Japan mehrere Monate zu Lieferengpässen bei Motorenkomponenten kam und das Unternehmen Produktionseinbußen verzeichnete. Infolge der Einschränkungen habe Renault den Privatkundenmarkt gestärkt, der auch rentabler sei.

Insgesamt wurden in Deutschland gut 181.000 Pkw der Marken Renault und Dacia sowie Nutzfahrzeuge verkauft. Der Marktanteil lag bei 5,3 Prozent. Im Privatkundenmarkt schob sich Renault mit einem Anteil von 7,1 Prozent hinter VW (19,1) und Mercedes (9,1) auf Rang drei. Seine Stellung als erfolgreichster ausländischer Hersteller in Deutschland will Renault auch 2012 halten: Bis zum Jahresende peilt der Autobauer Verkäufe im Volumen von knapp 190.000 Stück an. (dpa/abendblatt.de)