Hamburger Islamist in Pakistan festgenommen

Hamburg. Er hatte sich als Frau verkleidet: Pakistanische Behörden haben jetzt im Nordwesten des Landes einen Deutschsyrer festgenommen, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um den Hamburger Islamisten Rami M. handelt. Der 25-Jährige gilt bei Bundesanwaltschaft und Verfassungsschutz als Kopf einer terroristischen Vereinigung. Im März 2009 war er von Hamburg nach Pakistan gereist. Seitdem soll er Verbindungen zur al-Qaida haben.

Pakistanische Polizisten fassten ihn, als er mit gebrochenem Bein und in einer Burka, dem Ganzkörperschleier muslimischer Frauen, auf dem Rücksitz eines Kleinbusses saß. Vermutlich hatten Mitkämpfer ihn in ein Krankenhaus bringen wollen. Rami M. gilt als Experte für Sprengstoffgürtel, wie sie bei Selbstmordanschlägen benutzt werden. Was die Pläne des Deutschsyrers waren, ist noch unklar. Das Auswärtige Amt erklärte, es habe noch keine gesicherten Informationen zu dem Fall.

Rami M. hatte in Hamburg regelmäßig die Taiba-Moschee am Steindamm besucht - jene Moschee, in der sich auch die Attentäter vom 11. September 2001 radikalisiert hatten. Der Verfassungsschutz beobachtete Rami M. schon vor seiner Ausreise, die er im Verbund mit einer Gruppe mutmaßlicher Hamburger Dschihad-Anhänger geplant hatte.