"Equal Pay Day"

Aktionstag macht Frauen fit für die Karriere

Besser, professioneller und weiblicher soll es künftig in Unternehmen zugehen - zumindest nach Meinung der Frauen, die sich am Freitag zum "Equal Pay Day" in Hamburg trafen. Zum "Tag der einheitlichen Bezahlung" hatte der Verein "Business and Professional Women - Germany e. V." (BPW) ins Logenhaus an der Moorweide eingeladen und am Eingang einen knallroten Jutebeutel mit allerlei Informationsmaterial zu Coachings, Lebenshilfe, Tipps zu Wiedereinstieg und Aufstieg verteilt. Ab 7 Uhr standen Berater aus ganz Deutschland bereit, um Frauen auf dem Weg nach oben in Sachen Gehaltsverhandlung und Zielvereinbarung zu informieren.

"Gleich zu Beginn des Aktionstages kam eine ganze Gruppe von jungen Frauen, um sich coachen zu lassen", erzählte Monica Deters, Initiatorin des dritten Aktionstages in Hamburg. In einer Podiumsdiskussion tauschten sich sechs Teilnehmerinnen über die Ursachen von Entgeltungerechtigkeit aus. "Noch immer verdienen Frauen im Schnitt 14, 48 Euro pro Stunde weniger als Männer - und das im Jahr 2010." Schockierend fand das Moderatorin Heide Soltau. Angela Bähr, Leiterin der Arbeitsstelle Vielfalt, kritisierte die Diskriminierung von frauentypischen Branchen, was sich wiederum in der ungerechten Honorierung widerspiegele. Auf die Benachteiligung von Quereinsteigerinnen im öffentlichen Dienst wies BPW-Vorsitzende Christiane Clobes hin.

"Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen, darf nicht allein Frauensache sein", mahnte Silke Luinstra vom Verband berufstätiger Mütter. Es sei alarmierend, dass 70 Prozent der Frauen Teilzeit oder gar nicht arbeiteten, auch im Hinblick auf den Verdienst. HSV-Fußballerin Imke Wübbenhorst wünschte sich ein Umdenken, weg von typisch weiblichen und männlichen Klischees, hin zu freien Entwicklungschancen. Beraterin Roswitha van der Markt gibt Frauen Karriere- und Männern Lebenshilfe. "Denn nach dem Job fallen viele in ein Loch." Schade, dass kaum ein Mann zugegen war, der all die Forderungen hörte. Am Ende ließen die Teilnehmerinnen ihre Gehaltswünsche an rote Luftballons geknotet in den Himmel steigen - hoffentlich keine Luftnummer.