Hamburg U-Bahn-Linie 4

VERA - Jetzt wird wieder gebohrt

Foto: Roland Magunia

Andacht in 20 Meter Tiefe. Der Tunnelbohrer soll die 2,8 Kilometer lange Strecke zum Jungferstieg bis Ende 2010 schaffen.

Hamburg. Der Bau für die zweite Tunnelröhre der neuen U 4 zwischen der HafenCity und dem Jungfernstieg hat gestern begonnen. Die Schildvortriebsmaschine VERA (Von der Elbe Richtung Alster) soll die rund 2,8 Kilometer lange Strecke innerhalb von zwölf Monaten zurücklegen.

Nach bergmännischer Tradition begann die feierliche Tunneltaufe in rund 20 Meter Tiefe im U-4-Startschacht mit einer kurzen ökumenischen Andacht und Segnung des Tunnels durch die Pastorinnen Antje Heider-Rottwilm, Maren Trautmann und Pater Martin Löwenstein.

Im Anschluss an die Segnung erhielt der Tunnel durch seine Patin Inga Unger-Freytag seinen Namen: "Inga-Tunnel II". Die Ehefrau von Finanzsenator Michael Freytag (CDU), der seine Frau gestern begleitete, war bereits beim Bau der ersten Röhre Tunnelpatin. Auch gestern wünschte Unger-Freytag den Arbeitern wieder viel Erfolg und vor allem Gesundheit: "Als U-Bahn-Fahrgast kann man sich nur schwer vorstellen, was hinter einem solchen Bauwerk steckt. Ich wünsche allen am Bau Beteiligten, dass auch die zweite Fahrt ohne größere Zwischenfälle gelingt."

Danach überreichte die engagierte Politikerehefrau, die die Arbeiter auch immer wieder mit selbst gebackenen Keksen überrascht, einen Karton voll mit Karten: Auf denen waren persönliche Wünsche von Hamburger Bürgern für die Bauleute zu finden. Zum Schluss ließ Unger-Freytag noch eine Sektflasche am Eingang zur zweiten Röhre zerschellen.

Wie berichtet, soll die neue U 4 vom Herbst 2012 an zwischen den Haltestellen Überseequartier und Jungfernstieg verkehren und täglich bis zu 35 000 Fahrgäste befördern. Die Fahrt auf der insgesamt vier Kilometer langen Strecke soll rund drei Minuten dauern.

Im Oktober 2009 war die erste Tunnelröhre fertiggestellt worden. Schildvortriebsmaschine VERA war nach 16 Monaten Bauzeit mit rund vier Monaten Verzögerung am Jungfernstieg eingetroffen.

Auch die kalkulierten Kosten von rund 298 Millionen Euro können nicht eingehalten werden. Die Mehrkosten werden nach bisherigen Schätzungen der Hochbahn bei rund 25,6 Millionen Euro liegen. Doch gestern zeigte sich Hochbahn-Vorstand Ulrich Sieg mit dem "aktuellen Stand des Baufortschritts" sehr zufrieden. Mit dem Rücktransport und dem Zusammenbau des Tunnelbohrers haben wir mehr als die Hälfte geschafft." Nun beginne die letzte Phase, so Sieg weiter. Die neue Linie U 4 gehört zu den größten Bauprojekten in Hamburg.

Auf der rund 2,8 Kilometer langen Teilstrecke, die bis zu 40 Meter unter der Erdoberfläche verläuft, wird VERA beim Bau von Tunnelröhre 2 insgesamt rund 100 000 Kubikmeter Geröll und Steine aus dem Hamburger Erdreich ausschälen und über die HafenCity abtransportieren.

Parallel zum Tunnelvortrieb laufen derzeit in der HafenCity die oberirdischen Arbeiten für die Querung des Magdeburger Hafens. Im Frühjahr soll der Ausbau der Haltestellen Überseequartier und HafenCity-Universität beginnen.