Videoüberwachung

Polizeipräsident will den Zugriff auf Live-Bildmaterial erweitern

Die Polizei Hamburg ist mit nur wenigen Kameras ausgestattet. Deshalb sollen Ermittler künftig auch auf Live-Bilder etwa von S-Bahnhöfen zugreifen können.

Hamburg. Die Hamburger Polizei will im neuen Jahr verstärkt auf Videoüberwachung setzen. Es sei geplant, dass die Ermittler auch auf Bilder von Kameras in Bussen und Bahnhöfen zurückgreifen könnten, sagte Polizeipräsident Werner Jantosch dem Radiosender NDR 90,3. 2009 waren in Hamburg erneut zahlreiche Kriminelle gefasst worden, die aufgrund der Bilder von Überwachungskameras identifiziert werden konnten. Aus diesem Grund will Jantosch 2010 eine neue Diskussion zum Thema Videoüberwachung anstoßen.

„Was ich gerne möchte, wäre eine Vernetzung der in Hamburg zugänglichen Kameras mit einer Draufsicht durch die Polizei und vor allem mit einer späteren Auswertung“, sagte der Polizeipräsident. Die Polizei selbst verfügt laut NDR 90,3 über wenige Kameras, die an Kriminalitätsschwerpunkten aufgestellt werden dürfen. Nach schweren Straftaten mussten sich die Ermittler die Videobilder von Tankstellen oder S-Bahnhöfen erst besorgen.

Jantosch will nun auch auf jene Bilder live zugreifen, die bei öffentlichen Einrichtungen wie Bahnen, Bussen oder Flughäfen angebracht sind. Allein die Hamburger Behörden haben den Angaben zufolge im Stadtgebiet mehr als 400 Kameras installiert, die öffentliche Gebäude und Plätze überwachen. Hinzu kommen Tausende Kameras privater Betreiber, beispielsweise an Tankstellen und Apotheken.