Gängeviertel

So könnte die Zukunft des Quartiers aussehen - vier Varianten

Eine genossenschaftliche Lösung haben die Künstler ins Gespräch gebracht. Das würde wie bei anderen Genossenschaften funktionieren. Hier schließen sich Menschen mit gleichen Interessen zusammen, die auch gleichzeitig Kapitalgeber sind. Eine Genossenschaft muss nicht nur ökonomische Ziele verfolgen; es können auch kulturelle sein. Das Modell ist in der Künstlerinitiative schon weit durchdacht. Dabei wollen die Mitglieder auch Eigenleistungen erbringen. Die Frage ist, wie man es auf alle Häuser anwenden kann und ob der Senat mitmacht.

Wahrscheinlichkeit: möglich

Eine Investoren-Lösung endete im Gängeviertel schon zweimal kläglich. Der erste Investor (Werner Unternehmensgruppe, später "Implan") hatte sich mit dem Projekt verhoben, der zweite Investor (Hanzevast) verkalkuliert. Hintergrund: Die Stadt vergab die Grundstücke im Höchstpreisverfahren - daher entstanden Projekte unter maximaler Renditeerwartung. Auch ein kommender Investor müsste unter Profit planen (außer Hamburg würde die Kosten mittragen). Das würde die Künstlerinitiative nicht akzeptieren. Es müssten auch Luxuswohnungen entstehen.

Wahrscheinlichkeit: gering

Ein Mäzen müsste ins Gängeviertel mit ganz großen Spendierhosen gehen. Und Euros im zweistelligen Millionenbereich mitbringen. Allerdings könnte er auch einen goldenen Lorbeerkranz mitbringen. Denn der Werbeeffekt wäre gigantisch und von jahrelanger Wirksamkeit in ganz Deutschland. Jedoch könnte es auch mehrere "kleine Mäzene" geben. Nach dem unglaublichen Publikumserfolg der Künstler kann man auf die Spendenbereitschaft der Hamburger rechnen. Selbst Sponsoring mit Werbeverträgen lehnt die Initiative nicht ab.

Wahrscheinlichkeit: möglich

Eine Mixtur mehrerer Komponenten könnte räumlich und inhaltlich getrennt verwirklicht werden. Die Stadt würde in diesem Falle nur einige Häuser der Initiative einer Genossenschaft überlassen. Stiftungen (die schon angeklopft haben) könnten weitere Gebäude übernehmen. Auch Investoren könnten als Sponsor auftreten. Sie würden keinen Gewinn, sich aber einen guten Namen machen. Und zwar mit der Stadt Hamburg, der Kunst und dem Zukunftsthema Stadtentwicklung. Nicht zu vergessen: Wenn's glückt, können auch Senator(inn)en glänzen ...

Wahrscheinlichkeit: hoch