Großprojekt geplant

Die Türme der Eco-City in Harburg stecken voller Energie

Triste, angejahrte Industrieruinen mit geborstenen Fenstern, kaputtes Pflaster vor einem grauen Hafenbecken, schiefe Bauzäune: Noch befindet sich das ehemalige Firmengelände der New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie AG an der Neuländer Straße in Harburg im Dornröschenschlaf.

Das könnte sich bald ändern. Denn die Investorengruppe Harbour Real Estate Portfolio AG plant dort die Eco-City - ein weltweit einmaliges Öko-Avantgarde-Projekt. So sollen vor der Kulisse der alten Fabrikgebäude zwei futuristisch anmutende Bürotürme entstehen. An ihrer Spitze werden große Windturbinenanlagen installiert, die den Hauptteil der von der Eco-City benötigten Energie erzeugen sollen. An den Fassaden befinden sich Solarzellen, die für die Außenbeleuchtung zuständig sein werden, und die begrünten Dächer von weiteren Bürogebäuden werden ebenfalls für eine gute Ökobilanz des Windtower-Areals sorgen, das unabhängig von externen Energieerzeugern sein soll.

"Das wird weltweit einmalig sein und Hamburg zur Klimahauptstadt machen. Wir haben entsprechende Bauanträge gestellt, hoffen, dass wir schon im Frühjahr 2010 mit dem Bau loslegen können", sagt Heiko Ostmann, Geschäftsführer vom Architekturbüro tec architecture swiss. Die Eco-City mit 60 000 Quadratmeter Geschossfläche soll in drei Bauabschnitten realisiert werden. Die Vermarktung der Windtowers laufe "zufriedenstellend", sagt Ostmann. Eine Hotelkette interessiere sich für Flächen im 16 Stockwerke hohen Windtower. Etwa 100 Millionen Euro soll die Eco-City kosten.

Harburgs Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg, in Sachen Planungen von modernen Industriestandorten in seinem Quartier "einiges gewöhnt", ist angetan von der Eco-City: "Ich halte die Idee für gut, zukunftsweisend und umsetzbar. Obwohl ich denke, dass die technische Umsetzung der Turbinentürme eine Herausforderung darstellt." Die Architekten müssten aber noch "stärker auf Aspekte des Denkmalschutzes Rücksicht nehmen".