Kommentar: Nachmittagsbetreuung verschoben

Am besten gleich Ganztagsschulen

Hanna-Lotte Mikuteit

Die Idee ist zu gut, um schlecht umgesetzt zu werden: Mit dem Angebot einer kostenlosen Nachmittagsbetreuung an Primarschulen für alle Schüler könnte der schwarz-grüne Senat in Hamburg "einen sozialpolitischen Quantensprung" schaffen. Statt bislang 18 000 sollen künftig mindestens 30 000 Schüler betreut werden. Das käme vor allem sozial benachteiligten Kindern zugute. Ausgesprochen ärgerlich nur, dass die mutigen Initiatoren bislang vorgeben, das sei ohne zusätzliche Mittel machbar. Prompt machte das böse Wort von der Mogelpackung die Runde. Die jetzt beschlossene Verschiebung ist richtig. Doch diese Reform verdient mehr: besonnene Planung mit allen Beteiligten, ausreichende Ausstattung mit pädagogischem Personal und Konzepte, die mehr beinhalten als nur Aufbewahrung. Das alles kostet viel Geld. Dies darf aber nicht dazu führen, den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Zwischenlösungen sind notwendig. Noch konsequenter wäre die flächendeckende Einrichtung von Ganztagsschulen.

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