Klippenspringen: Workshop im Hamburger Hafen

Kopfüber von der Container-Pyramide

Das schlimmste ist der Aufprall. Wenn das Wasser an den Po und die Oberschenkel peitscht. Dachte ich jedenfalls.

Aber viel schlimmer ist der Blick aus knapp zehn Metern auf die Elbe, die sich wie eine schwarze Wand vor mir aufbaut. Betonhart. Schlimmer ist der Moment, in dem meine Füße langsam von dem Sprungbrett auf dem Container abheben, aber mein Kopf noch sagt: "Verdammt, ist das hoch!". Das ist der letzte Gedanke, bevor das Adrenalin durch die Adern schießt und keine weiteren Gedanken mehr zulässt.

Red Bull hat mich und andere freiwillige Klippenspringer zum Workshop im Hamburger Hafen eingeladen. Am Wochenende werden die Weltbesten dieser Disziplin vom Mast der Rickmer Rickmers springen. Unsere Klippe ist eine Container-Pyramide am Unikai. Unser Lehrer an diesem Tag: Orlando Duque, neunfacher Weltmeister aus Kolumbien, und die Deutsche Anna Bader, Europameisterin im Klippenspringen. Doch Workshops mit Klippenspringern sind wenig theoretisch: "Bewegt den ganzen Körper beim Absprung nach vorne, nicht nur die Füße. Benutzt die Arme, um Gleichgewicht zu halten." Nach diesen Worten geht's los - und kurz darauf stehe ich auf dem Container. Bereit zum Absprung - die schwarze Wand vor mir. Doch die Elbe ist gnädig mit mir. Als ich eintauche, umschlingt ihr Wasser mich kühl, bremst mich ab. Überstanden. Und es hat sogar Spaß gemacht.