Lange Nacht der Museen

Von Indianern, Wikingern und dreirädrigen Oldtimern

Museum zum Anfassen, Erleben und Feiern. Rund 30 000 Hamburger waren am vergangenen Sonnabend zur 9. Langen Nacht der Museen bis spät in die Nacht auf den Beinen.

Sie besuchten mehr als 600 Veranstaltungen in 42 Museen und Ausstellungshäusern.

In der langen Indianernacht im Museum für Völkerkunde folgte eine Schar Neugieriger den Gesten, die Annette Graf mit weiß behandschuhten Händen ausführte. Und versuchte, die Zeichensprache der Indianer zu dechiffrieren. Großer Andrang herrschte in den Deichtorhallen . Hier wollten viele Besucher die großformatigen Gemälde der New Yorker Künstlerin Cecily Brown bewundern. Shalaka Valiavila und ihre Bollywood-Tanzgruppe sorgten mit einer beschwingten Performance unter freiem Himmel für Unterhaltung.

Vor dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg erklang im eigens errichteten Wikingerdorf ein Dudelsack, Besucher tranken aus schweren Tonkrügen. Drinnen zeigt Peter Tamm seine 36 000 Miniatur-Schiffsmodelle und riet: "Wenn Sie eine Sammlung anfangen wollen, warten Sie, bis Sie 70 sind. Sonst brauchen Sie wie ich irgendwann ein Museum dafür." Volksfeststimmung herrschte bis spät in die Nacht bei der "Nacht der langen Laster" im Museum der Arbeit . Automobilfreunde bestaunten die dreirädrigen Oldtimer, die der Tempo Club Deutschland im Hof aufgereiht hatte. Große und kleine Besucher ließen sich fasziniert im Museum traditionelle Druckmaschinen von Fachleuten erklären.

So harmonisch geht es im Rathaus selten zu: Im großen Festsaal swingten fröhlich bis verträumt die Zigeunerjazzer der Gruppe Manugadjo. Boris Netsvetaev und Nils Wülker jazzten dort, Jazz-Preisträgerin Ulita Knaus sang zur Eröffnung, und in der Rathausdiele spielten die Philharmonischen Clowns. Für jeden Geschmack etwas. Das Gedränge war groß - Tausende wollten Hamburgische Tradition mit frischen Klängen hören; vor dem Bucerius-Kunst-Forum , wo noch Karten verkauft wurden, kam es teilweise zu 200 Meter langen Schlangen. Ein großartiger und stilvoller Auftakt für die Initiative "Elbjazz", die im kommenden Jahr Hamburg um ein Jazz-Festival reicher machen will. (asti/hjf/hpcaba)