Der Chefredakteur antwortet

Abendblatt 3.0 - die Zukunft der Zeitung

| Lesedauer: 3 Minuten

Sehr geehrter Herr Strunz,

mit Interesse habe ich gelesen, dass Sie 150 Mitgliedern des Presseclubs erzählt haben, wie Sie sich die Zukunft des Abendblatts vorstellen. Wäre es nicht richtig, wenn Sie das auch mal 700 000 Abendblatt-Lesern erzählen?

Mit besten Grüßen Martin Grudzinski

Sehr geehrter Herr Grudzinski,

haben Sie vielen Dank für Ihren Zuruf - das tue ich natürlich gerne.

Die Strategie lautet: Lokales vertiefen, Regionales ausbauen, bundesweite Bedeutung stärken - und das auf allen Vertriebswegen, also in Print und Online. So wollen wir die großen Erfolge des Abendblatts fortsetzen und Tradition mit Zukunft verbinden. Auf gutem Wege sind wir, wenn Erklärungen wie diese nicht mehr nötig sind, weil Abendblatt und abendblatt.de für sich selbst sprechen. Um das zu erreichen, kontrollieren wir uns regelmäßig selbst.

1. Lokales vertiefen

Mit der Gründung des Ressorts "Schule", das seit Freitag täglich auf einer Seite erscheint (heute auf Seite 15), haben wir ein Forum für das wichtigste gesellschaftspolitische Thema unserer Tage geschaffen. Hier begleiten und analysieren unsere Reporter die Schulpolitik des schwarz-grünen Senats und ihre Folgen. Schüler, Lehrer und Eltern diskutieren Chancen und Risiken. Die Resonanz bisher: beeindruckend - mehrere 100 Zuschriften pro Tag, Debatten in Online-Foren, Stadtgespräch Nummer eins.

2. Regionales ausbauen

In Lüneburg und Stade haben wir neue Redaktionen gegründet. Dort liegen dem Abendblatt nun auch wie in Stormarn, Norderstedt, Pinneberg und Harburg täglich vier Seiten mit Nachrichten aus dieser Region bei. Erfreuliches Ergebnis: Die Auflage steigt. Zusätzlich arbeiten wir an einem Konzept, Themen aus Norddeutschland noch mehr Platz einzuräumen.

3. Bundesweite Bedeutung stärken

Wichtige bundespolitische Debatten der vergangenen Wochen haben mit einem Artikel im Abendblatt begonnen. Annette Schavans Ankündigung, Jungen und Mädchen getrennt unterrichten zu wollen - Abendblatt-Leser wussten es zuerst. Ursula von der Leyens Vorstoß im Abendblatt gegen Kinderpornos wurde von der "Tagesschau" und allen wichtigen deutschen Medien aufgenommen. Danach diskutierte jeweils ganz Deutschland über die Ministerinnen - und über Hamburgs große Zeitung. Es ist schließlich kein Naturgesetz, dass die wichtigsten Nachrichten Deutschlands aus München, Frankfurt und Berlin kommen müssen.

4. Print und Online

Das Abendblatt und seine Strategie gibt es "24/7 plus": 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche online - plus sechsmal wöchentlich als Qualitätszeitung auf Papier. 750 000 Menschen lesen die Zeitung, knapp eine Million Leserinnen und Leser informieren sich online. Seit Anfang Oktober steigt die Zahl der Klicks rasant - plus 18 Prozent. Das heißt: Heute hat das Abendblatt mehr Leser als jemals zuvor.

Wir nennen das Ganze "Abendblatt 3.0". Ich hoffe, lieber Herr Grudzinski, für Sie ist es auch weiterhin einfach IHR Hamburger Abendblatt.

Herzlichst, Ihr Claus Strunz

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