Drängeln und Rasen auf deutschen Autobahnen

260 PS und 39 cm Sicherheitsabstand

Nicht selten missachten Autofahrer Geschwindigkeitsbegrenzungen, drängeln andere Verkehrsteilnehmer und fahren zu dicht auf. Was sich jedoch am Montagmorgen auf der Autobahn Richtung Hannover abspielte, dürfte auch unter „Rasern“ als rekordverdächtig gelten.

Nur 39 Zentimeter betrug der Abstand zwischen einem VW Golf und einem dahinter fahrenden Land Rover (260 PS), dessen Fahrer (41) es offenbar sehr eilig hatte. Mit Tempo 168 hatte sich Nicolas M. seinem Vordermann bis zu dieser gefährlichen Distanz genähert. Verkehrspolizisten filmten den Unternehmensberater aus dem Hamburger Westen mit einer im Zivilwagen eingebauten Videokamera.

Der 41-Jährige war ihnen schon zuvor aufgefallen, als er bei erlaubtem Tempo 80 mit 142 Kilometern in der Stunde über die Autobahn heizte und per "Lichthupe" anderen Fahrern signalisierte, Platz zu machen. Einem VW Bus fuhr er mit Tempo 121 bis zu 1,75 Meter dicht auf. Die Beamten versuchten mehrfach, den Drängler anzuhalten, doch der beschleunigte immer mehr. Ob er die Zeichen der Polizisten nicht bemerkte oder missachtete, ist noch unklar.

In Niedersachsen schließlich stoppten sie den Raser und beschlagnahmten seinen Führerschein. Nicolas M. zeigte sich uneinsichtig. Ihm drohen ein Fahrverbot von mindestens zwölf Monaten und sechs Punkte in Flensburg. Außerdem wurde gegen den 41-Jährigen ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung eingeleitet.