Wetter: Tiefdruckgebiet bringt Staubwolke nach Deutschland

Sahara-Staub weht über Hamburg

Wundern Sie sich in diesen Tagen auch über den grauen, milchigen Himmel? Wundern Sie sich, warum es ein 26 Grad warmer Frühlingstag ist und es trotzdem nach Gewitter aussieht? Dann sind Sie nicht der/die Einzige. Hamburg liegt wie fast ganz Deutschland derzeit unter einer Staubwolke, die direkt aus der Sahara kommt. "Wie ein Staubsauger hat das Tiefdruckgebiet den Staub aufgesaugt und von Nordafrika nach Deutschland gebracht", sagt Professor Jost Heintzenberg vom Institut für Troposphärenforschung.

Seit Dienstag registriert der international anerkannte Wolkenforscher das Auftreten von Saharastaub in Deutschland. Die Staubkörner haben eine Größe von einem Mikrometer und sind laut Experten "Grobkörner" - aber kein Sand! "Sandburgen werden wir daraus nicht bauen können."

Mehrmals im Jahr wird Staub aus der Sahara mehrere Tausend Kilometer nach Deutschland geweht. "So stark wie jetzt war es aber bisher fast noch nie", sagt Professor Heintzenberg. Die Folge: ein grauer, milchiger Himmel. "Man denkt, der Himmel ist bewölkt, dabei ist es Staub", sagt Professor Heintzenberg.

Ob der Sahara-Staub allerdings auch für den Staub auf den Autos verantwortlich ist, kann der Experte nicht sagen. Um das herauszufinden, hilft nur eins: "Mit dem Finger abwischen und schmecken, ob es Sandstaub oder Raps ist." Lange anhalten wird das Phänomen übrigens nicht mehr. Der Wolkenforscher und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Staubwolke weiter nach Osten wandert.