Statistik: Jugend mit Migrationshintergrund - Hamburg bundesweit an der Spitze

Jeder Vierte hat ausländische Wurzeln

Unter Kindern und Jugendlichen im Alter bis 15 Jahre hat sogar fast jeder Zweite zumindest teilweise eine ausländische Herkunft.

In keinem anderen deutschen Bundesland ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund so hoch wie in Hamburg. Das ist ein Ergebnis des jetzt vom Statistikamt Nord veröffentlichten Mikrozensus 2006. Danach hatten 25,8 Prozent der Hamburger einen Migrationshintergrund, also eine zumindest teilweise ausländische Herkunft. In Bremen waren es 24,9 Prozent, in Berlin 22,9 Prozent. Das zeigt, dass Hamburg einer der größten Magneten für Einwanderer in Deutschland ist - auch wenn der Anteil der Hamburger mit Migrationshintergrund gegenüber 2005 (26,8 Prozent) leicht zurückging. Unter Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre hat in Hamburg fast jeder Zweite zumindest teilweise eine ausländische Herkunft: Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund liegt hier bei 45 Prozent.

Zur Gruppe der "Bevölkerung mit Migrationshintergrund" zählen neben Ausländern auch alle die Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, von denen mindestens ein Elternteil als Ausländer in Deutschland geboren oder nach Deutschland zugewandert ist. Diese Kategorie wurde von den Statistikämtern vor einem Jahr eingeführt, weil für die Integrationspolitik genauere Zahlen gebraucht werden.

Denn nicht nur Ausländer, auch deutsche Kinder von Ausländern oder Eingebürgerten brauchen in vielen Fällen eine verstärkte Förderung. Bisher haben Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland weitaus schlechtere Bildungs- und Aufstiegschancen als der Rest der Bevölkerung. Im Vergleich zu anderen Ländern haben es Zuwanderer und ihre Kinder in Deutschland besonders schwer. Das wurde auch immer wieder bei internationalen Bildungsstudien wie Pisa moniert.

So gehen elf Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund in Hamburg ohne Abschluss von der Schule ab - bei den übrigen liegt die Schulabbrecherquote bei nur zwei Prozent.

Ähnliches gilt für die berufliche Ausbildung: Mehr als ein Drittel der Personen mit zumindest teilweise ausländischer Herkunft hat keinen beruflichen Abschluss, bei allen anderen sind es lediglich 19 Prozent.

Weitere Unterschiede: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist mit 33,6 Jahren niedriger als das der restlichen Bevölkerung (45,3). Der Männeranteil (52 Prozent) liegt höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (47 Prozent).

Die Politik hat auf die Entwicklung bereits reagiert. So gibt es Sprachförderung an Kitas für Kinder und Mütter mit zu geringen Deutschkenntnissen. Zudem wurde ein Programm aufgelegt, mit dem 1000 Migrantenkinder in Ausbildung gebracht werden sollen. Auch verpflichtete sich der Senat, verstärkt Kinder von Einwanderern in der Hamburger Verwaltung auszubilden.