Menschlich gesehen

Pferderücker

Wenn Ostern alle zum traditionellen Familientreffen anrücken, wird es zwar nicht eng. Aber voll. "Ich selbst habe acht Geschwister, meine Frau und ich fünf Kinder. 50 bis 60 Personen kommen jedes Mal zusammen", sagt Thomas Isenberg . Der 54-jährige Landwirt ("Besser: Bauer!") erzählt, dass jeder etwas Essbares mitbringt. Und dass Eibrötchen am besten weggehen.

Isenberg, der bereits in fünfter Generation das Gut Kamp zwischen Eutin und Segeberg bewirtschaftet, ist einer der wenigen Pferderücker im Norden.

"Schon mit neun Jahren habe ich vierspännig einen Acker bestellt", erzählt er ein wenig stolz. Sein Vater war es, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Zucht des Schleswiger Pferdes, einer mittelschweren Kaltblutrasse, begann. Isenberg: "Damit hat er sie vor dem Aussterben gerettet. Aber es ist immer noch kritisch." 25 der robusten Pferde setzt er bei sich für Kutschfahrten ein. Oder, wie gerade im Hamburger Stadtpark, zum Pferderücken: dem Herausziehen von Baumstämmen (S. 13).

Viel Freizeit bleibt dem Bewirtschafter eines Biolandbetriebs da nicht. Isenberg: "Es ist gut, dass meine Frau Bente die gleichen Interessen hat - sie hat mindestens genauso viele Pferdehaare im Magen wie ich." Wenn er es nicht vergisst, geht er einmal in der Woche schwimmen.

Und fährt in den Ferien nach Bayern: "Kaltblüter gucken..."