Leserbriefe

Hamburger Job-Atlas Heute hatte Florian Kain seinen formidablen Auftritt. Aufmacher auf Titelblatt und Regionalteil und er durfe sogar noch den Kommentar schreiben!

Leider kein Wort zur Belastbarkeit und Quelle dieser Zahlen. Nun gut,es ist Wahlkampf und die Unterstützung für den CDU-Senat grenzt seit Jahren an Verlautbarkeitsjournalismus. Warum war es nicht möglich,aktuelle Zahlen der Hamburger ARGE miteinzubeziehen? Wertvoll wäre es auch die Alimentation sozialversicherungpflichtiger Jobs durch Hartz IV oder indirekt durch Zahlung von Wohngeld und andere notwendig gewordene Leistungen mit heran zu ziehen. Weshalb vergleichen Sie einen Zweijahreszeitraum?Glauben Sie auch nur der Statistik,die sie selbst manipuliert haben? Addieren Sie etwa die Prozente pro Jahr?

So begrüßenswert eine optimistische Grundhaltung auch sein mag,aber das Zahlenjonglieren des Abendblatts beginnt mehr als unangenehm zu riechen. Gestern war es die Akrobatik der Schüler-Lehrer-Relation,dann geht Senator Lüdemanns Desaster der Kriminalstatistik ziemlich leise unter. Wie erinnere ich mich doch an die Zeit als Ihre Zeitung "Richter Gnadenlos" großgeschrieben hat!Heute hält sich Ihre Berichterstattung aus politischer Gewogenheit zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Paul O. Heimfarth Hamburg

Erfolgszahlen Liebe Redaktion, die groß herausgestellte Erfolgszahlen rechtzeitig vor der Wahl zeigen einmal mehr, dass man mit Statistiken so ziemlich alles \"beweisen\" kann. Sie sollten bei der Behörde jedoch noch einmal die folgenden Relationen bzw. Zahlen erfragen: 1. die angegebenen Lehrerstellen möge man Ihnen doch einmal als gesamten Lehrerstunden für Hamburg angeben (viele der Stellen werden ja nur von teilzeitarbeitenden Lehrerinnen und Lehrern ausgefüllt). Damit haben Sie die Größe die Sie dem Stundenbedarf aller Schulen gegenüberstellen können.

2. Lassen Sie sich den gesamten Stundenbedarf aller Schulen angeben. Sie werden am Ende feststellen, dass zwar das errechnete Verhältnis Schüler zu Lehrer \"politisch\" korrekt wiedergegeben wurde, dass aber die Abdeckung aller laut Stundentafeln den Schülerinnen und Schülern zustehenden Unterrichtsstunden bei weitem verfehlt wurde. Mit freundlichem Gruß, Wolfgang Jobmann (ehemals Lehrer und Schulleiter)

Kommentar K.G. Barth "Der Klub der Scheinheiligen"; Herr Barth gibt in diesen hitzigen Wahlkampfzeiten mal wieder den rechtsreaktionären Vorposten in Ihrer sonst sehr ausgewogenen Zeitung. Hat er sich aus den "Welt"- oder "Bild"-Korridoren in Ihre Redaktion verirrt? Scheinheilig ist hier allenfalls seine De-facto-Gleichsetzung von Clement mit Schröder/Naumann. Letztere haben jedenfalls zu keiner Zeit eine Spitzenkandidatin ihrer Partei aus der Hecke schießend frontal angegriffen; dies blieb dem Judas Clement vorbehalten. Dennoch wäre eine Reaktion a la Struck (Rausschmiss) inopportun. Man sollte den Vorfall - wie auch den Yesterday-Man Clement überhaupt nach kurzer Bedenkzeit schlicht und einfach ignorieren.

Mit freundlichem Gruß Manfred Simon

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn ein Kommentar auf Seite 1, was sehr ungewöhnlich in der Geschichte des Hamburger Abendblattes ist, dann wäre es angebrachter und logischer gewesen, den auf Seite 2 abgedruckten Kommentar "Einbruch an den Börsen" dort zu plazieren. Stattdessen muss die SPD herhalten, es ist ja schließlich Wahlkampf in Hamburg und man (die Springer-Presse) möchte seine Präferenz deutlich zum Ausdruck bringen.

Mit freundlichen Grüßen Francesco Vitale