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Linksextreme Kriminalität um 62 Prozent zugenommen

Brandanschläge, Farbbeutelattacken und gefährliche Körperverletzungen haben im vergangenen Jahr zu einem drastischen Anstieg linksextremer Straftaten in Hamburg geführt.

Hamburg. Von Januar bis November 2007 stieg die politisch motivierte Kriminalität von links um 62 Prozent auf 395 Delikte. Damit wurde die Zahl der rechtsextremen Taten, die auf 310 Fälle zurückging, übertroffen. In einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten Andreas Dressel (SPD) hieß es zudem, dass Gewalttaten wie Landfriedensbruch, Widerstand, gefährliche Körperverletzung und Brandstiftung zugenommen haben. Innensenator Udo Nagel führte die Zunahme linker Gewalt auf Aktionen von Aktivisten im Vorfeld des G8- und ASEM-Gipfels zurück.

Besonders im Mai gab es wiederholt Brandanschläge, unter anderem auf das Auto des "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann. Das Haus eines Lufthansa-Managers wurde mit Steinen und Farbbeuteln attackiert. Zudem beschmierte eine Gruppe mit Namen "Autonome Gipfelstürmer" die Fassade eines Hamburger Fünf-Sterne-Hotels mit mit roter und grüner Farbe und warf fünf Fensterscheiben ein. Die Polizei rechnete die Taten dem linksextremen Spektrum zu, weil sich die Fälle gerade vor dem Treffen der Außenminister Asiens und der EU (ASEM) Ende Mai in Hamburg sowie vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni häuften.

"Die Gewalt von links nimmt zu, insbesondere die Gewalttaten im Vorfeld des G8- und ASEM-Gipfel haben dazu beigetragen", sagte Innensenator Udo Nagel (parteilos) am Montag. Es gebe in Hamburg eine kleine Gruppe von Linksradikalen, die auch vor schweren Straftaten nicht zurückschreckten. Die rechte Gewalt sei hingegen rückläufig. Die Zahl der schweren Gewaltdelikte ging in diesem Bereich um fast 30 Prozent auf 20 Fälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. "Die Gewalt von Rechts nimmt ab. Hier waren die Hakenkreuzschmierereien zur und während der WM 2006 nur vorübergehend für die steigenden Zahlen ursächlich", sagte Nagel.

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