Tarife: Schon die siebente Erhöhung in zehn Jahren

HVV - warum sind die Preis so hoch?

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Ulrich Gaßdorf

Die Kunden mussten seitdem 24 Prozent Mehrkosten für Einzelkarten im Nahbereich hinnehmen.

Auf eines können sich die Kunden des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) mit Sicherheit verlassen: und zwar auf regelmäßige Fahrpreiserhöhungen. In den vergangenen zehn Jahren gab es bereits sechs Tarifanhebungen. Die nächste Erhöhung um durchschnittlich 3,5 Prozent ist für den 10. Juni (Einzel- und Tageskarten) und für den 1. Juli (Zeitkarten) vorgesehen (wir berichteten).

Der allgemeine Verbraucherpreisindex ist bundesweit im Vergleich von 1997 zu 2006 um 13,4 Prozent gestiegen. Beim HVV hingegen gab es in diesen zehn Jahren Preissteigerungen, die fast das Doppelte ausmachen: Kostete 1997 eine Einzelkarte für den Nahbereich noch umgerechnet 1,33 Euro, so sind es nach der neuen Preiserhöhung 1,65 Euro. Das ist eine Preissteigerung von 24 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Etwas geringer, aber immer noch über dem Verbraucherpreisindex, sind die prozentualen Preiserhöhungen beispielsweise bei Abo-Karten ausgefallen: Kosteten diese für zwei Zonen 1997 noch umgerechnet 38,19 Euro monatlich, so werden es vom 1. Juli dieses Jahres an 44,10 Euro sein. Das entspricht einer Steigerung von rund 15 Prozent.

Teuer wird es in diesem Jahr vor allem für Inhaber von CC-Karten, denn die Preise steigen um durchschnittlich 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So kostet beispielsweise eine CC-Karte bisher für drei Zonen monatlich im Abo 24,60 Euro, nach der Erhöhung werden es 26,60 Euro sein. Eine Seniorenkarte kostet momentan für vier Zonen (Großbereich Hamburg) im Abo 36,80 Euro monatlich, ab dem 1. Juli dann 38,40 Euro.

Nicht ganz so hoch fällt die prozentuale Tarifanhebung bei den allgemeinen Zeitkarten aus. Beispiel: Derzeit kostet diese für zwei Zonen im Abo monatlich 43,30 Euro, nach der Fahrpreiserhöhung werden es 44,10 Euro sein. Studenten und Auszubildende bezahlen bisher für eine Zeitkarte im Abo monatlich für zwei Zonen 32,70 Euro, vom 1. Juli an 33,50 Euro.

Kerstin Feddersen, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde, verteidigt die konstanten Fahrpreisanhebungen: "Höhere Tarife ermöglichen Investitionen in die Sicherheit der Fahrgäste, beispielsweise durch Videoüberwachung und die Ausrüstung der Busse mit Rußfiltern. Außerdem decken sie steigende Energiekosten." HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner verweist darauf, dass es in der neuen Tarifstruktur auch Vorteile gibt: "Durch den Familienpass, die Sozialkarte, die Kurzstreckenkarte und Tarifzonenanpassungen werden die Mehreinnahmen zu 100 Prozent an die Kunden zurückgegeben."

Der HVV geht von jährlichen Mehreinnahmen von insgesamt 12,4 Millionen Euro aus. Im Jahre 2005 (die Zahlen für 2006 liegen noch nicht vor) lagen die Verkehrseinnahmen des HVV bei 473 Millionen Euro, und es wurde ein Kostendeckungsgrad von 71 Prozent erreicht.

GAL-Verkehrsexperte Jörg Lühmann: "Natürlich wollen wir erreichen, dass so viele Menschen wie möglich auf Bus und Bahn umsteigen. Dafür wäre es natürlich hilfreich, wenn die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel sinken würden."

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