Ein Herzog schenkte die größte Flussinsel Europas seiner Tochter

Matthias Rebaschus

Wilhelmsburg ist mit 35 Quadratkilometern die größte Flussinsel Europas und war bis 1927 die größte preußische Landgemeinde. Dann kam Wilhelmsburg zu Harburg; zehn Jahre später fiel die Stadt Harburg-Wilhelmsburg durch das Groß- und Hamburggesetz an Hamburg.

Ihrem Namen erhielt die Insel 1673 vom Herzog Georg Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg, der sie für seine Tochter Dorothea kaufte, die sich dann Gräfin von Wilhelmsburg nennen durfte. 1333 gilt als das Gründungsjahr, weil der Ritter Johann Schacke mit der Eindeichung des "Alten Feldes" begann. Erst 1855 war die Eindeichung beendet. Viele Jahrhunderte versorgten die Bauern von Wilhelmsburg die Hamburger mit Milch, Fleisch und Gemüse.

Die "Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg und Hafen" schreibt: "Im 20. Jahrhundert war die Insel das Hinterland der hanseatischen Metropole, Arbeits- und Wohnort der Werft-Beschäftigten, der Einwanderer, der kleinen Leute. Dies alles in einträchtigem Nebeneinander mit den Restbeständen vorindustrieller Idyllen: Naturschutzgebiete an der Süderelbe, Windmühle und Heimatmuseum im Osten der Insel und Hausbootromantik im Spreehafen, der "Nordküste" Wilhelmsburgs zum Hamburger Hafen. Wilhelmsburg bislang noch Bezirk Harburg, soll nach der Gebiets- und Verwaltungsreform zum Bezirk Mitte gehören.

( reba )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg