Beschluß: GWG übernimmt Schulsanierungen

Bezirk: Harburg 31 von 53 Schulen beteiligen sich an dem Instandhaltungsprojekt. Die Stadt stellt für das Projekt rund 605 Millionen Euro im Laufe der nächsten 25 Jahre bereit.

Der Schulbau in Hamburg steht vor grundlegenden Veränderungen. Der Senat verabschiedete gestern das Modell "Hamburg Süd", nach dem 31 Schulen im Hamburger Süden erstmals in Zusammenarbeit von Stadt, Handwerk und Wirtschaft (Public-Private-Partnership) instand gesetzt und unterhalten werden.

Dazu wird die städtische Firma GWG Gewerbe - eine Tochter des Wohnungsbauunternehmens Saga/GWG - für die kommenden 25 Jahre alle Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen der 31 Schulbauten koordinieren. Mehr noch: Das Unternehmen wird auch den laufenden Betrieb der Schulen und ihrer Außenanlagen (zum Beispiel Sportflächen) übernehmen. Baubeginn ist im ersten Quartal kommenden Jahres.

Die Stadt stellt für das Projekt rund 605 Millionen Euro im Laufe der nächsten 25 Jahre bereit. Auch die Kosten für die bislang bei der Stadt beschäftigten Schulhausmeister sind darin enthalten. Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) verspricht, daß die 31 Schulen bereits in fünf Jahren grundsaniert sind, danach werden weitere Projekte wie zum Beispiel Erweiterungsbauten in Angriff genommen. Bis 2010 gibt die Stadt mit 23 Millionen Euro pro Jahr 3,6 Millionen Euro mehr aus als bisher. Allerdings soll der positive Effekt der Schnellsanierung langfristig diese Zusatzkosten auffangen.

Die Stadt geht davon aus, daß Instandsetzung und Unterhaltung der Schulen nach dem neuen Konzept insgesamt schneller und effektiver als bisher geregelt werden können. Denn nach Berechnung der Behörde gingen die Sanierungsarbeiten in den vergangenen Jahren so langsam vonstatten, daß sich die Instandsetzungskosten in jedem Jahr weiter erhöhten. Bei allen Schulen im Hamburger Süden habe sich inzwischen ein akuter Sanierungsstau von rund 145 Millionen Euro aufgebaut. Nach Angaben der Behörde würde es nach dem alten System Jahrzehnte dauern, bis die Gebäude saniert wären.

Der Plan, die 31 Schulen nun in Rekordzeit instand zu setzen, rechtfertigt nach Einschätzung von Senatorin Dinges-Dierig die hohe Summe, die dafür veranschlagt wird. Würde man nach dem alten Verfahren weiterarbeiten, wären demnach in den kommenden Jahren sogar 800 Millionen Euro für Instandsetzung, Pflege und Unterhalt der Schulen fällig.

Die Schulbehörde hatte 53 Schulen in Harburg, Wilhelmsburg, Finkenwerder und auf der Veddel angeboten, sich an dem Projekt zu beteiligen, 31 stimmten schließlich zu. Dinges-Dierig könnte sich vorstellen, daß das Projekt bald auf alle Hamburger Schulen angewendet werden könnte. "Es ist für die Schüler wichtig, daß sie sich in den Schulgebäuden wohl fühlen", so Dinges-Dierig, "und genau darum geht es hier."