Also doch: Alter Astra-Turm wird abgerissen

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Matthias Rebaschus

St.Pauli: Im August geht's los. Dann wird neu gebaut - 18 Geschosse, 68 Meter hoch.

Im August beseitigen Hydraulikbagger die letzten Reste des Brauerei-Ensembles auf St. Pauli: Der Astra-Turm auf dem Bavaria-Gelände wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt - endgültig. Das teilte der Eigentümer, die DWI Grundbesitz GmbH, mit. Statt den alten Turm umzurüsten, baut die DWI einen neuen Büro-Turm, der fast genauso aussieht wie der geplante Umbau: Quadratischer Grundriß, 18 Geschosse, 68 Meter hoch. Kein Gebäude erinnert dann mehr an die Brauerei-Tradition. Der neue Turm soll den Namen des Mieters tragen, der die meisten Stockwerke mietet.

Monatelang stand der Astra-Turm, der mit seinem schmalen Sockel einem Bierglas ("Tulpe") nachempfunden ist, auf der Kippe, weil Statiker befürchteten, das unter dem Turm verlaufende Siel könnte beschädigt werden.

"Der neue Turm erhält extra eine Platte als Standfläche", sagte Daniel Crasemann von der DWI. Bezirksamtsleiter Markus Schreiber bestätigte: "Das Stammsiel ist vollkommen in Ordnung, es stellt kein Problem dar!" Warum dann der Abriß? Die DWI will mit dem Prestige-Objekt sichergehen. "Sollte es mal Probleme mit dem Siel geben, bleibt der Turm stehen. Das Siel könnte unter der Bodenplatte problemlos erneuert werden", sagte Hans Wilhelm Jenckel von der DWI. Der neue Turm habe dann keinen Einfluß auf das Siel.

Bisher sollte der Astra-Turm mit einem technischen Trick erhalten und aufgewertet werden: Die Planer hatten eine vorgehängte Fassade vorgesehen, die oben an einer zusätzlichen Brüstung verankert werden sollte. Das entfällt alles nun, und es entsteht ein normales Gebäude - entworfen von den Architekten "KSP Engel und Zimmermann". Allerdings ziert den Neubau auch eine Brüstung, die nun "Krone" heißt. Damit wollen die Bauherren an den Namen des Viertels "Hafenkrone" erinnern.

Auf dem Bavaria-Gelände entstehen für 360 Millionen Euro Büros, Hotels und Wohnungen. Zwei benachbarte Neubauten ("Riverside"-Hotel, "Atlantic-Haus") werden den Turm um bis zu fünf Stockwerke überragen.

Der Bauantrag wird jetzt gestellt; im Spätsommer kommen die Hydraulikbagger und knabbern die Beton-Konstruktion von oben acht Wochen lang ab. Im ersten Quartal 2007 soll der DWI-Turm feierlich eröffnet werden.

Der Neubau kostet 40 Millionen Euro, zehn Millionen mehr als der Umbau der "Bier-Tulpe". Das Hickhack um die Standfestigkeit kostete die DWI Grundbesitz GmbH eine Verzögerung von einem Vierteljahr und "einen siebenstelligen Betrag, der unter zehn Millionen Euro liegt", sagte Hans-Wilhelm Jenckel.

Der DWI-Turm wird ein fünf Meter hohes Erdgeschoß (mit Restaurants) bieten. Der Eingang liegt dann im Osten zum Zirkusweg hin, am zukünftigen "Gebrüder-Wolf-Platz".

Glasfassaden sollen das Gebäude transparent erscheinen lassen. Die Räume sind durch Glastrennwände gegliedert und bieten einen Rundum-Blick auf die Stadt. Die Büro-Mieten beginnen bei Quadratmeterpreisen von 15 Euro.

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