Thema Pfeifenqualm - viel Rauch in der Bürgerschaft

Peter U. Meyer

Jetzt ist der "Pfeifenraucher des Jahres 2004" auch zum Thema in der Bürgerschaft geworden. Innensenator Udo Nagel, dem das Tabakforum die Ehrung zuerkannt hatte, war wegen der Annahme eines Pfeifenkoffers als Geschenk in die Kritik geraten. Die SPD-Bürgerschafts-Abgeordnete Aydan Özuguz interessierte in der Fragestunde aber weniger das 1800 Euro teure Präsent für den Raucher. "Wie bewertet der Senat, daß ein Innensenator, der raucht und sich dafür auszeichnen läßt, nicht unbedingt ein Vorbild für die Jugendlichen ist?" wollte die Abgeordnete wissen.

Nicht der Freund des Tabakqualms selbst, sondern Rathaus-Staatsrat Volkmar Schön antwortete - knapp: "Menschen haben eben unterschiedliche Auffassungen zum Rauchen." Nur gut, daß Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig gestern nicht neben Schön und Nagel saß. Dinges-Dierig hat gerade ein generelles Rauchverbot an Schulen verhängt, das auch für Lehrer gilt - wegen des Vorbilds für die Schüler.

Es soll vorkommen, daß Abgeordnete des Regierungslagers mit gefälligen Fragen dem Senat schöne Vorlagen geben - die Zeit geht der Opposition verloren. Willfried Maier (GAL) wunderte sich aber doch, daß Sozial-Staatsrat Klaus Meister sogar die Fragen präzise beantworten konnte, die ein CDU-Abgeordneter gar nicht schriftlich formuliert hatte. Er versuche eben, so Meister elegant, sich auch auf Fragen vorzubereiten, die der Abgeordnete stellen könnte. Und: "Die Arbeit des Senats entspricht der Kontinuität in diesem Haus über sämtliche Legislaturperioden."

( pum )

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