Sozialer Tag widerlegt Vorurteile

K O M M E N T A R

Sie interessieren sich nur für schlabbernde Markenhosen und die neuesten Handyklingeltöne. Sie tun für andere grundsätzlich gar nichts, ziehen ihren Eltern das Geld aus der Tasche und erwarten vom Leben nicht viel mehr als die Marktreife der Playstation 3. Auf soziales Engagement haben sie null Bock. Viel zu anstrengend - und bringt eh nichts. Ist so unsere Jugend? Gestern wurde dieses von vielen gepflegte Vorurteil schwer erschüttert. 210 000 norddeutsche Schüler haben am "Sozialen Tag" freiwillig in Altenheimen geholfen, Feuerwehrautos geschrubbt oder Parks geharkt. Damit hat die neue Generation nicht nur bewiesen, dass sie sich für mehr als den Gameboy interessiert - wären sie nämlich in der Schule geblieben, hätten die meisten Schüler hitzefrei bekommen. Die Aktion hat auch gezeigt, dass soziales Engagement kein Privileg der Älteren ist. Denn das Geld, das die Schüler bekommen, geht an Hilfsprojekte auf dem Balkan - und die gesammelten 5,1 Millionen Euro sind nicht bloß ein symbolisches Sümmchen. "Wir haben null Bock", können die norddeutschen Jugendlichen spätestens seit gestern mit Recht sagen. "Null Bock auf Vorurteile der Erwachsenen."