Hamburg hat einen Traum

Lars Haider

Kommentar

Hamburg. Keine Demonstration. Keine Bürgerinitiative. Nicht einmal eine Vogelart, die durch Olympia bedroht sein könnte. In Hamburg sind - anders als bei den meisten Konkurrenten - Proteste gegen die Bewerbung um die Spiele 2012 ausgeblieben. Und das in einer Stadt, die in der Vergangenheit bei großen Projekten doch immer noch einen Bedenkenträger hervorgebracht hat. Für Olympia scheint diesmal alles anders zu sein. Das fängt bei der einzigartigen Einheit von Parteien, Firmen und Verbänden an, geht über blitzschnelle Behördenentscheidungen bis hin zu breiter Unterstützung aus der Öffentlichkeit. Dabei sind die Pläne für Olympia weitgehend fertig und bekannt, dabei gäbe es genug Anknüpfungspunkte für Proteste. Doch sie bleiben diesmal aus. Es ist ein schönes Gefühl, dass ausgerechnet die als nörgelig und mürrisch verschrienen Hamburger positiv an eine große Sache herangehen. Kein "Das klappt ja doch nicht", sondern Mut, Hoffnung und Risikobereitschaft. Hamburg hat endlich mal wieder ein gemeinsames Ziel, einen großen Traum - allein deswegen ist die Olympiabewerbung schon ein Erfolg.

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