Jugendkriminalität: Von Schwaben lernen

Die Jugendkriminalität steht nach der Bekämpfung der Drogenkriminalität ganz oben auf der Liste des Senates, wenn es um mehr Sicherheit geht. Da ist es eine gute Idee, wenn die Hamburger Polizei Beamte aus anderen Großstädten einlädt, um sich deren Konzepte anzuschauen. Die Hansestadt kann etwa von einem erfolgreichen Projekt wie dem Stuttgarter "Haus des Jugendrechts" lernen, wo Staatsanwälte, Richter, Jugendhelfer und Sozialarbeiter die jungen Straftäter nicht isoliert aus ihrer jeweiligen Perspektive sehen. Das passiert bislang noch zu häufig. Die fatale Folge: Zu oft erscheint der Täter im Laufe des Verfahrens immer mehr als Opfer wie auch immer gearteter gesellschaftlicher Umstände und wird kaum bestraft, wenn Erklärungen ("schwere Kindheit") für sein Verhalten gefunden werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass das gesamte Procedere sich extrem in die Länge zieht, wenn beteiligte Behörden sich nacheinander mit einem Täter beschäftigen. Da bietet das schwäbische Modell einen entscheidenden Vorteil: Tat und Strafe liegen zeitlich dicht beieinander, das Prinzip von Ursache und Wirkung wird dem Täter nachhaltig klar gemacht.