Der Chef und seine Lieblingskuh

Hussein steht im Abseits. So gehört sich das nun einmal für einen Elefantenbullen, denn diese ziehen im Freiland alleine umher und treffen nur dann auf eine Kuh, wenn sie paarungsbereit ist. Deshalb hat der Bulle, dessen Stoßzähne nach einer Verletzung zum Schutz der Kühe abgefeilt wurden, ein eigenes Gehege am linken Rand der Anlage. Ein "Liebesgitter" ermöglicht ihm aber den Rüsselkontakt zu den Kühen auf der großen Anlage, und so können die Pfleger sehen, welche Kuh mit ihm die nächsten Tage verbringen darf. Seine Lieblingskuh ist dabei Mala (39). "Sie ist eine der wenigen Kühe, deren Gegenwart er auch akzeptiert, wenn sie nicht paarungsbereit ist", sagt Flügger. Zudem sei die Kuh gerne mit ihm zusammen auf der Anlage. Nachts kommt Hussein in ein separates Bullenhaus. Pfleger kommen mit ihm nur indirekt in Kontakt ("Protected Contact" heißt das in der Zoosprache): Durch ein Schutzgitter lässt er sich auf Kommando zum Beispiel die Füße pflegen oder Blut abnehmen. Die Kühe werden dagegen "On Hands" gehalten, mit direktem Kontakt zu den Pflegern.