Das Baby, der Bulle und die Frauenclique

Hagenbecks größte Attraktion ist die Elefanten-WG: ein großes Gehege, 13 Tiere - und vier Gruppen.

Sie sind die unumstrittenen Lieblinge aller Tierpark-Besucher. Spätestens seit Elefantenbaby Kandy im Mai das Licht der Welt erblickte, führt bei Hagenbeck kein Weg vorbei an den grauen Dickhäutern. 13 Asiatische Elefanten machen die Herde zu einer der größten in Europa, und mit neun Geburten in 15 Jahren zählt sie zu einer der erfolgreichsten Zuchtgruppen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums. Doch wer ist wer im Elefantengehege? Das Abendblatt stellt im Folgenden die Tier-Persönlichkeiten vor - ihr Alter, ihren Verwandtschaftsgrad, ihre Macken. Und wer mit wem kann - oder eben gerade nicht. Gleich am Anfang der lang gestreckten Anlage, in der rechten Ecke, befindet sich das Mutter-und-Kind-Gehege. Hier bilden die drei erwachsenen Kühe Yashoda (23), Shandra (37) und Lai Sinh (13) eine Mini-Herde, in der am 14. Mai 2003 Kandy geboren wurde. Es ist das erste Mal bei Hagenbeck, dass mit Yashoda eine Elefantenkuh, fast wie in freier Wildbahn, ihr Kind umgeben von anderen Kühen, so genannten "Tanten", gebar. "Unser langfristiges Ziel ist es, dass alle Geburten innerhalb der ganzen Herde geschehen", sagt Zoo-Tierarzt Dr. Michael Flügger (41). Durch den Kontakt mit mehreren Tieren scheint Kandy in ihrer Entwicklung wesentlich schneller zu sein als die Jungtiere vor ihr, sagt Pfleger Thomas Moderegger (42): "Sie wird ja auch gleich von drei Kühen erzogen." Mit der zarten Elefantin Lai Sinh spielt Kandy dabei am liebsten. Traurig: Im Juli brachte diese ihr erstes Baby tot zur Welt. Flügger: "Immerhin kann sie an Kandy jetzt das Muttersein üben. Sie ist sehr fürsorglich."